Von wegen verletzt

CL-Aufstieg Barcelonas von Skandal überschattet

Fußball
11.04.2008 17:03
Ein neuer Skandal um angebliche nächtliche Ausschweifungen von Fußballstars des CF Barcelona hat den Aufstieg der Katalanen ins Semifinale der Champions League überschattet. Ein Führungsmitglied des Vereins enthüllte, dass mehrere als verletzt gemeldete Profis in Wirklichkeit vereinsintern gesperrt gewesen seien, weil sie nachts über die Stränge geschlagen hätten.

Die angeblichen Verletzungen seien dazu benutzt worden, die Bestrafungen der Stars nach außen zu kaschieren, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Barcas, Xavier Sala i Martin, am Tag des Spiels gegen den FC Schalke 04 (1:0) dem Sender Catalunya Radio. Er nannte keine Namen von Spielern. Die spanische Presse hatte am Donnerstag jedoch keinen Zweifel daran, dass damit der Brasilianer Ronaldinho, der Portugiese Deco und der Mexikaner Rafael Marquez gemeint waren.

Nachtschwärmer schlecht für Club und Team
Die drei Stars waren in dieser Saison insgesamt 13-mal verletzt, wobei die Art einiger Verletzungen ziemlich unklar war. "Diese Herren tun seit Wochen nichts. Sie waren zeitweise vom Kader ausgeschlossen worden, und das haben wir mit angeblichen Verletzungen kaschiert." Die Nachtschwärmer, die "jeden Abend unterwegs" seien, brächten das ganze Team in Misskredit. "Viele Spieler arbeiten hart. Sie trainieren, obwohl sie Geld und Frauen haben, 60-mal im Monat. Ein paar Wenige dagegen kommen nur 22-mal zum Training. Es ist daher ungerecht zu behaupten, die Barca-Profis seien Herumtreiber."

Sala i Martín, ein anerkannter Wirtschaftsprofessor und Vertrauter von Clubchef Joan Laporta, ließ mit seinen Äußerungen nicht nur die Fußballer, sondern auch die Vereinsführung und die Mannschaftsärzte in einem schlechten Licht erscheinen. Laporta wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Sportdirektor Txiki Begiristain erklärte: "Sala i Martín hat nicht Recht, denn er weiß nicht, was vorgeht. Es wurden keine Spieler vom Kader ausgeschlossen." Kapitän Carles Puyol hielt dem Ökonomen "mangelnden Respekt vor den Fußballern" vor.

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