23.03.2008 15:55 |

GusiPhone

Parlamentarische Anfrage zu Gusenbauers Handy

Nach der Aufregung um einen Urlaubsflug ortet das BZÖ nun die nächste Upgrade-Affäre von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. Gegenstand der Causa ist diesmal Gusenbauers topmodernes iPhone-Handy, das der Kanzler vor der offiziellen Einführung am österreichischen Markt in Betrieb gehabt haben soll. Die orange Oppositionspartei vermutet, dass das Gerät "entweder illegal entsperrt" wurde oder Gusenbauer ein "Handy-Upgrade" bekommen hat. Eine parlamentarische Anfrage soll Aufklärung bringen, kündigte das BZÖ an. Äußerst zugeknöpft hat das Büro von Gusenbauer reagiert. Kanzler-Sprecher Stefan Pöttler meinte, das iPhone sei ein Geburtstagsgeschenk gewesen.

Der Kanzler soll sich das Handy schon vor zwei Monaten in den USA besorgt haben. Damit telefonierend abgelichtet wurde er unter anderem beim EU-Gipfel am 13. März und damit vor der offiziellen Einführung in Österreich. Das BZÖ will nun wissen, wie der Regierungschef das angestellt habe, da "wegen einer technischen Ländersperre aller in den USA gekauften Versionen dieses Telefons in Österreich völlig unbrauchbar" seien und sie somit eigentlich nicht funktionieren.

Antworten soll eine parlamentarische Anfrage bringen. Darin will das BZÖ unter anderem wissen, wer das iPhone besorgt habe und wann dies geschehen sei. "Haben Sie während Ihres Joggens im Central Park einen Abstecher in den Apple-Shop unternommen, um das iPhone zu erwerben", fragt die Oppositionspartei. Hinterfragt wird in der Anfrage auch, ob für das Gerät Steuergeld ausgegeben und ob es "illegal oder legal entsperrt" worden sei oder Gusenbauer "eine Sonderbehandlung seitens eines Mobilfunkunternehmens - sozusagen ein Handy-Upgrade" genossen habe.

BZÖ ortet illegale Freischaltung
"Entweder der Kanzler hat sich sein iPhone illegal freischalten lassen oder er hat sich von seinem Mobilfunkbetreiber sein Mobiltelefon entsperren lassen und damit sozusagen ein Handy-Upgrade bekommen, das allen anderen iPhone Benutzern verwehrt geblieben ist", vermuten die Orangen und verweisen auch darauf, dass die Ressortzuständigkeit für den öffentlichen Dienst im Bundeskanzleramt liege. "Gusenbauer sollte lieber endlich einmal das Ohr am Bürger haben und nicht am sündteuren, illegalen iPhone", so das BZÖ.

Wie Gusenbauer die technische Ländersperre durchbrochen hat, wollte Pöttler nicht sagen. Er verwies auf die Möglichkeit, in Österreich mit ausländischen Anbietern zu telefonieren. Das ganze sei jedenfalls "Privatangelegenheit", so Pöttler, nach Eigenangaben auch ein iPhone-Besitzer. Die vom BZÖ angekündigten Fragen in einer parlamentarischen Anfrage dürften damit unbeantwortet bleiben, weil das Privattelefon des Kanzlers kein Gegenstand der Vollziehung sei.

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