Der 48-Jährige weiß natürlich selbst ganz genau, dass "internationaler Bewerb oder Platzierung" auch den ersten Rang, also den Titel impliziert. Aber das Wort nimmt er nicht in den Mund, er denkt vielmehr nur von Spiel zu Spiel.
Neuer Schwung durch Sieg in Klagenfurt
"Rapid hat auch diesmal die Möglichkeit zu punkten. Das 2:0 in Klagenfurt hat Schwung in die Mannschaft gebracht", sagte der Rapid-Trainer. Doch zwei Auswärtssiege in Folge haben die Hütteldorfer, die am Mittwoch die SV Ried empfangen, schon lange nicht mehr gefeiert. Ein solcher Doppelpack gelang zuletzt vor fast einem Jahr mit 1:0 in Pasching (17. März) und 3:2 in Innsbruck (7. April 2007). Die Saisonbilanz der Grünweißen in der Fremde ist derzeit mit je vier Siegen, Remis und Niederlagen völlig ausgeglichen.
Im Herbst (1. August) haben die Rapidler in Altach durch einen verwandelten Foulelfer von Mario Bazina 1:0 gewonnen. "Wir wollen nach Klagenfurt den zweiten Sieg, aber es wird wie vor eine Woche Geduld gefragt sein", meint Abwehrchef Mario Tokic, der froh ist, dass Markus Katzer nach seinem zweiten Kreuzbandriss so schnell wieder zurück ist und Erwin Hoffer vorne trifft. "Mecki ist nicht nur für die Abwehr, sondern für die ganz Mannschaft wichtig, weil er als echter linker Verteidiger dort unser einziger Linksfuß ist. Und Jimmy zeigt sich auch im Training sehr stark, Tore sind sein Job."
Tokic will mit Rapid Meister werden
Auch Tokic will wie einst mit dem Lokalrivalen Austria wieder international mitspielen und insgeheim noch mehr. "Ich möchte mit Rapid Meister sein, das wird in dieser Saison aber ganz schwer. Die Salzburger sind mit Abstand Favorit. Sie müssen, andere wollen den Titel holen", sagte der Kroate, der auch an seine Mitstreiter appelliert, erst gar nicht zu viel über den Meistertitel nachzudenken, weil das ganz und gar nicht gut sei. Und so ist vorerst alle Konzentration auf Altach und den Gewinn von drei Punkten gerichtet.
Tokic blickt sehr wohl in die Zukunft, aber über das Liga-Ende hinaus, auf die EM. Der kroatische Ex-Teamspieler wünscht sich, dass Österreich und seine Heimat in der Gruppe B weiterkommt. "Die Österreicher besitzen gegen jeden Gegner Chancen, sie spielen zu Hause, das ist ein Vorteil." Er habe zuletzt gegen die Deutschen eine gute Leistung des ÖFB-Teams gesehen. "Jeder Spieler wird von Spiel zu Spiel besser, Josef Hickersberger muss jetzt noch aus 13 - 14 Spielern eine Stammformation finden und das wird ihm gelingen."
500 Rapidfans in Altach
Von der Zukunft zurück in die Gegenwart. Die Rapidler werden von über 500 Fans - so vielen wie noch nie in Altach - begleitet. Die Hausherren, die in dieser Saison eine ausgeglichene Heimbilanz (3-6-3) aufweisen, rechnen mit über 7.000 Anhänger als "zwölften" Mann und hoffen auf den ersten Sieg seit 3. November 2007. Damals hatte der Austria-Verteidiger Franz Schiemer in der 94. Minute mit einem "goldenen" Eigentor das 1:0 für die Vorarlberger Hausherren erzielt.
Die Altacher können gut damit leben, als Abstiegskandidat Nummer 1 abgestempelt worden zu sein und werden dies mit dem gewonnen Selbstvertrauen vom 1:1 zuletzt gegen die Austria zeigen. Trainer Heinz Fuchsbichler, der nach der Rückkehr von Gramann und Bernd Winkler "nur" noch fünf Verletzte beklagt, hatte aus den ersten drei Runden 2008 mit "null Punkten" gerechnet und nach der ersten Partie schon einen Zähler auf dem Konto. Nächste Woche warten die Salzburger "Bullen".
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