Aufbruch

Junge Ostdeutsche sucht ihr Glück: "Yella"

Kino
09.01.2008 15:33
Nach einer gescheiterten Ehe und gescheiterten Träumen hält Yella (Nina Hoss) nichts mehr in der öden Kleinstadt im Osten. Auf der anderen Seite der Elbe, ja, dort wähnt sie die Zukunft. Doch ihr Aufbruch in ein neues Leben nimmt eine fatale Wendung, denn Ben, ihr Mann, steuert den Wagen statt zum Bahnhof in den Fluss.

Und Yella wird aus den Fluten auferstehen, das rettende Ufer und den Zug nach Hannover erreichen und an der Seite eines Risikokapitalmanagers (Devid Striesow) ihre Vorstellungen vom kapitalistischen Glück verwirklichen. Wären da nicht Bilder der Vergangenheit und Geräusche - wie das Gurgeln von Wasser -, die ihr Sein gespenstisch überlagern...

Mit "Yella" inszeniert Regisseur Christian Petzold eine irritierende Phantasmagorie, die von den Ängsten und Obsessionen der (deutschen) Gesellschaft erzählt. Und irgendwann greift einem die grauenhafte Vermutung, dass Yella nie in der von ihr so herbeigesehnten anderen Welt angekommen ist, kalt ans Herz. Denn auch Tote haben Träume. In der Kristallisation von Neugeburt und Ende offenbart der Film traumwandlerisch sein wahres Gesicht. Die großartige Nina Hoss erhielt in Berlin den Silbernen Bären für ihren Part.

Von Christina Krisch, Kronen Zeitung

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