"Import Export"

Ulrich Seidl schockiert wieder mit Authentizität

Kino
07.11.2007 15:41
Eine Ost-West-Schneise, die von entgegengesetzten Lebenskoordinaten und dem Ringen um ein bisschen Zuversicht erzählt: Hier die ukrainische Krankenschwester (Ekaterina Rak), die nach erfolglos-demütigender Entblößung im Internet-Porno-Biz in einem Wiener Geriatrie-Zentrum als Putzfrau arbeitet, dort ein junger Glücksritter (Paul Hofmann), der mit seinem Vater in die Ukraine aufbricht, um Spielautomaten unters Volk zu bringen. Doch das Elend, dem sie entrinnen wollten, bleibt ihnen treu zur Seite wie ein lahmer alter Hund...

Voll stoischer Ungerührtheit macht Regisseur Ulrich Seidl ("Hundstage") das brutale Prinzip der Hoffnungslosigkeit mit all seinen trügerischen Fratzen einmal mehr zum Motor seines aktuellen Streifens "Import - Export", der zugleich sein zweiter Spielfilm ist. 

Ein Kaleidoskop trostloser Einblicke, Erniedrigungen und Enttäuschungen, in dem Momente der Würde wie Katzensilber auf dem steinigen Weg aufblitzen. Ein Film auch, der das Sterben und den Tod gnadenlos enttabuisiert. Wem all dies zu depressiv ist, der tut gut daran, sich an den Bojen grotesken Humors in dieser rauen Seidlschen Lebenssee festzuklammern, um nicht zu ertrinken.

Von Christina Krisch, Kronen Zeitung

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