08.01.2007 17:11 |

Airs, Grinds & Flips

Tony Hawk's Project 8

Nach "American Wasteland" schickt Entwickler Neversoft jetzt mit "Tony Hawk's Project 8" die Skater-Gemeinde zum bereits achten Mal auf das Brett, das die Welt bedeutet. Das Überraschende am neuesten Teil um und über die lebende Skater-Legende Tony Hawk: Es gibt tatsächlich wieder ein paar Neuerungen im Gameplay.

Viel hat sich zugegebenermaßen nicht getan, aber dank einiger weniger Neuerungen kann "Tony Hawk's Project 8" durchaus wieder Schwung in die zuletzt leicht angestaubte Serie bringen. Die Geschichte kann, wie in eigentlich allen Teilen, wieder weitestgehend vernachlässigt werden: Tony ist auf der Suche nach den glorreichen Acht, dem "Project 8", einer Gruppe talentierter Skater.

Quasi das ganze verträumte amerikanische Vorstädtchen begibt sich daher auf die Boards, um in zahlreichen Wettbewerben und kleineren Aufgaben beim Meister-Skater Eindruck zu schinden. Der Weg in die Top-8 ist allerdings steinig und schwer: Überall in der Stadt verstreute Quests müssen erst erfüllt werden, um so Respekt und in weiterer Folge zahlende Sponsoren an Land zu ziehen und das Trick-Repertoire zu erweitern. 

Wie bereits in den Vorgänger-Teilen müssen die weitläufigen Areale der Stadt, in denen es wieder jede Menge geheimer Orte zu finden gibt, erst nach und nach freigespielt werden. Allerdings haben die Entwickler einen Weg gefunden, um den Frustrations-Level niedrig zu halten: Jeder Auftrag - Ollie da drüber, Grind hier entlang, etc. - kann in drei Schwierigkeitsgraden absolviert werden. Anfänger kommen so schnell voran, können aber auch zu einem späteren Zeitpunkt zurückkehren, um sich an schwereren Tricks die Zähne auszubeißen und einen höheren Bonus zu kassieren.

Die wesentlichste Neuerung betrifft jedoch das so genannte "Nail the trick"-Feature: Beim Ausführen von Tricks genügt ein Druck auf die beiden Sticks, um in einen Zeitlupen-Modus zu wechseln, bei dem jeder Stick die Kontrolle über ein Bein übernimmt. Der Fantasie sind nun keine Grenzen gesetzt, um ganz eigene Trickkombos zu kreieren. Spielt man sich jedoch zu lange mit der Zeitlupe, landet man unsanft auf dem Boden der Tatsachen wieder...

Von diesem neuen Feature einmal abgesehen, werden Fans der Serie keinerlei Probleme mit der Steuerung haben. Für Neueinsteiger steht ein umfangreiches Tutorial zur Verfügung.

Auch grafisch hat sich nur wenig getan, wenngleich "Project 8" dank Motion Capturing eine Spur realistischer aussieht als sein Vorgänger. Geschmälert wird der gute Gesamteindruck allerdings durch einige unschöne Ruckler und das unnatürliche Sturz-Verhalten der Skater. Bestnoten gibt es wieder für den ausgesprochen gut ausgewählten Soundtrack, der für Liebhaber jedes Genres etwas bietet. Weniger beliebte Songs können über das Optionsmenü einfach deaktiviert werden.

Zu guter Letzt darf über Xbox-Live auch noch gegen bis zu sieben Mitspieler geskatet werden.

Fazit: Den altbekannten Airs, Flips und Grinds verpasst "Tony Hawk's Project 8" dank "Nail the trick"-Feature zusätzlichen Spaß. Auch in Sachen Grafik kann der achte Teil, wenn auch nur marginal, zulegen, so dass das Spiel uneingeschränkt jedem Fan und all jenen zu empfehlen ist, die bislang noch nicht im Besitz eines Tony-Hawk-Spiels sind.

Plattform: Xbox 360 (getestet), Xbox, PS2, (PS3), PSP
Publisher: Activision
Krone.at-Wertung: 84%


von Sebastian Räuchle 

Mittwoch, 23. Juni 2021
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