Nicht nur Latein

Fremdsprachen an AHS sollen auch gekürzt werden

Innenpolitik
09.02.2026 19:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) hat angekündigt, die Unterrichtsstunden in Fremdsprachen an AHS-Oberstufen kürzen zu wollen. Zunächst stand Latein im Fokus, nun regt sich auch Widerstand gegen dasselbe Vorhaben bei den zweiten lebenden Fremdsprachen. Mehr als 320 Fachleute haben einen offenen Brief unterschrieben.

Darunter sind etwa Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Fremdsprachenlehrkräfte. Der Plan des Bildungsministers sieht vor, an den AHS-Oberstufen ab 2027/28 aus Informatik das Fach „Informatik und Künstliche Intelligenz“ zu machen und das Stundenausmaß von zwei auf drei Wochenstunden über alle Jahre zu erhöhen. Zusätzlich soll ein neuer Gegenstand „Medien und Demokratie“ mit zwei Wochenstunden über die gesamte Oberstufe eingeführt werden. Im Gegenzug soll es im Gymnasium in der vierjährigen Oberstufe nur noch zwei statt drei Wochenstunden Latein geben. Haben Jugendliche statt Latein eine zweite lebende Fremdsprache gewählt, werden zwei Stunden gekürzt.

Das wäre konstruktiv, da Österreich bereits jetzt „(...) zu den Schlusslichtern in Bezug auf das schulische Fremdsprachenlernen“ gehöre, heißt es nun in dem offenen Brief, der an der Universität Innsbruck initiiert wurde. In der Sekundarstufe I (fünfte bis achte Schulstufe) beispielsweise würden lediglich 7,6 Prozent der österreichischen Schülerinnen und Schüler zwei oder mehr lebende Fremdsprachen lernen, während der EU-Durchschnitt bei 59,9 Prozent liege. Bei einer Kürzung um zwei Wochenstunden sei das Erreichen des „B1-Niveaus“ in Gefahr. Befragungen würden zudem zeigen, dass der Großteil der Schülerinnen und Schüler mehr als eine Fremdsprache lernen wolle.

„Zumindest zwei Sprachen beherrschen“
Der europäische Grundgedanke ist laut den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern, dass alle Menschen zumindest zwei Fremdsprachen beherrschen sollten. Zugänge zu sprachlichen und kulturellen Kontexten würden „über das Englische nur unzufriedenstellend erreicht“. Angespielt wurde etwa auf den südamerikanischen Raum, „ein auch für Österreich zunehmend wichtiger Wirtschaftsmarkt“.

„Wir erwarten uns, dass der Minister unsere Bedenken und Argumente in seinen weiteren Überlegungen berücksichtigt. Gerne stellen wir auch unsere Expertise zur Verfügung“, sagte Katrin Schmiderer, eine der Initiatorinnen und ARGE-Leiterin für Italienisch an den Allgemeinbildenden Höheren Schulen in Tirol.

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