Ganz seinem Naturell entsprechend überließ Vincent Kriechmayr seinem Teampartner Manuel Feller die Lorbeeren. „Manu hat mich rausgerissen“, sagte der Abfahrer Kriechmayr nach Olympia-Silber in der alpinen Teamkombination und Fellers gelungener Aufholjagd im Slalom – und erklärte unser Silber-Duo als „g‘scheite Pfeifen“.
„Schön, mit Manu den Moment zu teilen, er hat einen mega Job gemacht“, meinte Kriechmayr. Beide teilten einst in jungen Jahren im Europacup das Zimmer. Gemeinsam eines Tages am Olympia-Podest zu stehen, hätte Kriechmayr damals nicht recht geglaubt. „Der Manu hätte wahrscheinlich gleich gesagt, er glaubt das. Ich hätte gesagt, schauen wir mal. Wir sind schon zwei g‘scheite Pfeifen. So wie wir damals im Europacup agiert haben, hätte ich das nicht angenommen“, sagte der 34-jährige Kriechmayr.
Kriechmayrs Welt verändert sich durch Silber nicht
Bei seinen dritten Winterspielen kam Kriechmayr erstmals in den Genuss einer Medaille. „Es ist jetzt nicht so, dass mir ein Stein vom Herzen fällt“, antwortete er am Podium der Pressekonferenz mit schonungsloser Ehrlichkeit. Dafür erntete der fast stoische Oberösterreicher einige Lacher vom daneben sitzenden Schweizer Duo Marco Odermatt und Loic Meillard, mit denen sich Österreichs-Duett die Medaille teilte. Er wolle nicht lügen, rechtfertigte sich Kriechmayr und lachte.
„Die Welt hätte sich auch ohne die Medaille weitergedreht. Schön, aber um ehrlich zu sein, möchte ich natürlich eine Einzel-Medaille“, erklärte Kriechmayr gegenüber der APA. „Ich habe im Super-G noch die Chance, da werde ich mein Bestes geben.“
Fellers Aufholjagd zur zweiten Team-Medaille
Für Feller war es nach Silber im Teambewerb 2018 die zweite olympische Medaille. „Diese ist vom Stellenwert eindeutig höher einzuschätzen. Ich war bei meiner ersten Silbermedaille nur Ersatzfahrer. Hier haben wir die besten Abfahrer und Slalomfahrer am Start und auch wenn es nur 21 Teams sind, sind es sicher zehn, die um eine Goldmedaille mitfahren können“, sagte Feller.
Dank der zweitschnellsten Slalomzeit des Tirolers machte das ÖOC-Duo noch einen Sprung von sieben auf zwei. „Ich wusste, ich kann nur mit 100 Prozent reingehen und das ist mir super aufgegangen“, sagte Feller und lobte seinen Teamkameraden. „Es gehört ein zweiter Partner dazu. Der Vinc hat einen super Job gemacht, bis zur letzten Zwischenzeit war das seine beste Abfahrt die Woche. Es ist gekommen, wie es sollte und gewonnen haben wir die Medaille gemeinsam.“
Keine wilde Party
Lange Feierlichkeiten waren nicht angesagt. Man werde zwar mit einem Gläschen anstoßen, meinte Kriechmayr. „Für mich wird es sicher keine Party werden. Ich habe morgen Super-G-Training, übermorgen das Rennen. Bei Gold wäre es vielleicht anders ausgefallen.“ Auch Feller hat noch eine wichtige Aufgabe vor sich. „Ich ziehe immer noch ein bissl meine Leiste mit, die ich versorgen soll. Deshalb fahre ich heim und schaue, dass ich am nächsten Montag im Slalom bereit bin.“
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