Frust im Normalbewerb

ÖSV-Adler enttäuschen ++ Embacher als Bester 7.

Olympia
09.02.2026 20:49
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Die erfolgsverwöhnten Österreicher sind im von Überraschungen geprägten Olympia-Normalschanzen-Bewerb leer ausgegangen! Stephan Embacher landete am Montag in Predazzo als bester rot-weiß-roter Skispringer nur an der siebenten Stelle ...

Gold ging an den im Weltcup noch sieglosen Deutschen Philipp Raimund, der 3,4 Punkte vor dem polnischen Sensationsmann Kacper Tomasiak siegte. Bronze holten 8,1 Zähler zurück ex-aequo der Japaner Ren Nikaido und der Schweizer Gregor Deschwanden.

„Habe es im ersten verschissen, das zipft mich an!“
Einige Favoriten um Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi (8.) und Weltmeister Marius Lindvik (12.) strauchelten auf der kleinen Schanze im Fleimstal wie die Österreicher. Weltcup-Dominator Domen Prevc aus Slowenien kam 0,6 Punkte vor Embacher auf Rang sechs. Der Tiroler verbesserte sich nach verpatzter Landung und Rang 19 nach dem ersten Durchgang noch deutlich. „Ich habe es im ersten verschissen, das zipft mich an. Vielleicht wollte ich zu viel, ich wollte jeden Meter rauskitzeln, das ist leider in die Hose gegangen“, sagte Embacher, dem 4,8 Punkte auf das Podest fehlten.

Embacher verpasst Bronze wegen Landung
Die Freude des 20-jährigen Olympia-Debütanten über seinen gelungenen Final-Sprung hielt sich in Grenzen. „Überwiegen tut der Frust. Es geht um die ersten drei Plätze.“ Im Nachhinein hätte Embacher lieber „die sieben Punkte für die Landung genommen. Mit denen wäre ich am Podest. Aber Hättiwari, es ist vorbei, ich habe es nicht geschafft“, ergänzte der Youngster enttäuscht. Immerhin gebe ihm der zweite Sprung genug Selbstvertrauen für die weiteren Bewerbe. Im Mixed Team am Dienstag (18.45 Uhr) hofft er mit Jan Hörl, Lisa Eder und Julia Mühlbacher auf Wiedergutmachung.

Das Ergebnis:

(Bild: www.olympics.com)
(Bild: www.olympics.com)

Auch für ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl war es ein gebrauchter Abend. „Es ist sehr schade. Es ist natürlich bitter und auch ein bissl enttäuschend, weil wir schon damit gerechnet haben, dass wir vorne mitkämpfen“, betonte der Tiroler. Die Sprünge von Hörl und Embacher seien eigentlich „sehr gut“ gewesen. „Aber sie haben es leider mit dem Telemark verhaut. Das ist bitter, weil sie weitenmäßig beide nach dem ersten Durchgang in Medaillen-Nähe gewesen wären.“ Im Mixed-Team-Bewerb sei aber wieder alles möglich, ergänzte Widhölzl. „Wir werden alles reinhauen, damit wir da eine Medaille machen.“

Hörl und Tschofenig schwächeln, Kraft enttäuscht
Zweitbester Österreicher war Hörl als Elfter, der nach einem nicht optimalen ersten Sprung im Finale nur zwei Plätze gutmachte. „Elfter interessiert keinen, es zählt nur eins, zwei und drei. Wir haben aber noch ein paar Chancen, wir geben nicht auf“, sagte Hörl. Daniel Tschofenig, nach Durchgang 1 als lediglich Elfter Bester seines Teams, rutschte in der Entscheidung noch auf Platz 15 zurück. „Ich musste im zweiten voll riskieren, aber es ist nicht aufgegangen. Gut war es nicht, so ehrlich muss man sein“, sagte Tschofenig.

Ex-Weltmeister Kraft, Sieger des einzigen Normalschanzen-Weltcups der Saison, kam nach zwei schlechten Sprüngen gar nur auf Rang 27. „Ein harter Tag, ich habe kleine Fehler gemacht, keine groben Schnitzer, aber die darfst du dir nicht erlauben. Es wollte irgendwie nicht sein, es ist irgendwie gar nicht gegangen“, sagte Kraft und nannte die Schanze eigenartig. Wieder blieb der 32-jährige Salzburger bei einem Olympia-Einzelbewerb hinter den Erwartungen. „Es fühlt sich gar nicht so bitter an, weil ich so weit weg war. Ich bin eher verblüfft und erstaunt, gar nicht groß traurig“, sprach der Team-Olympiasieger von Peking über seine Gefühlswelt.

Raimund euphorisiert: „Ich raste aus“
Bei Raimund und den vielen deutschen Fans im Skisprung-Stadion von Predazzo kannte die Freude unterdessen keine Grenzen. „Ich habe noch keinen Weltcup gewonnen, hatte heuer aber eine super Form. Dass es bei den Olympischen Spielen so super funktioniert hat, macht mich megastolz. Dass es die Goldene ist, ich raste aus, das ist geil“, sagte der 25-Jährige nach seiner ersten Medaille bei einem Großereignis euphorisiert.

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