Fr, 17. August 2018

"Igor, der Russe"

16.12.2017 12:19

Gefasster Killer hatte Kontakte in Österreich

Ein ehemaliger serbischer Soldat, dem insgesamt fünf Morde zur Last gelegt werden, ist in der Nacht auf Freitag in Spanien festgenommen worden. Jetzt wird allerdings auch in Österreich ermittelt - hier soll der als "Igor, der Russe" bekannte Verdächtige nämlich Komplizen haben, die ihn bei seiner mehrmonatigen Flucht unterstützt haben sollen.

"Igor, der Russe" dürfte seit Jahren bewaffnete Raubüberfälle verübt haben. Dem 36-Jährigen werden auch zwei Morde in der norditalienischen Region Emilia-Romagna im vergangenen April zur Last gelegt: In der Nähe von Bologna, in Budrio, war am 1. April der Besitzer einer Bar erschossen worden, eine Woche später wurde in der Provinz Ferrara ein Wachmann getötet. In der Folge durchsuchten 800 Polizisten die umliegenden Wälder, weil man annahm, dass sich der Mann dort versteckt hielt. Es war eine der größten Verbrecherjagden der vergangenen Jahre in Italien.

In der Nacht auf Freitag wurde der 36-Jährige dann bei einer Schießerei mit drei Toten in Spanien gefasst. Zwei Todesopfer waren Beamte der Guardia Civil, das dritte war der Besitzer eines Bauernhofs in der nordspanischen Region Aragon, den der Russe Anfang Dezember überfallen hatte und der die Kriminalbeamten auf die Spur von "Igor" geführt hatte.

Ermittlungen in Österreich
Italien will nun bei den spanischen Justizbehörden die Auslieferung des Killers beantragen. Spanien will jedoch den Antrag ablehnen und selbst den Prozess führen. Zudem ermittelt die italienische Polizei jetzt auch in Österreich. In Wien lebe nämlich ein aus Subotica stammender Serbe, der per WhatsApp "Igors" Freunden und Angehörigen Informationen vermittelte, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Freitag. Auch in Ungarn hatte "Igor", der laut Medienangaben in Wahrheit Norbert F. heißt, Kontaktpersonen.

Der Staatsanwalt von Bologna, Marco Forte, hatte eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen mit einigen Carabinieri in Wien österreichische Kollegen getroffen, um die Ermittlungen zu koordinieren.

 krone.at
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