So, 22. Juli 2018

In Bozen verhaftet

15.11.2017 12:12

Bub (5) unter Güterzug: Hintermänner gefasst

Die Suche nach den Eltern eines fünfjährigen Buben, der am Dienstag zusammengekauert unter dem Flachwagen eines Güterzugs am Grenzbahnhof Brenner gefunden wurde, hat nun neue Details ans Tageslicht gebracht. Wie der "Krone" bestätigt wurde, heißt der Bub Anthony und stammt aus Sierra Leone. Der Vorname seines Vaters soll Richard sein. Von den Eltern des Fünfjährigen fehlt nach wie vor jede Spur - die Drahtzieher der gefährlichen Zugreise wurden allerdings mittlerweile gefasst.

Der Bub sei wohlauf, hieß es am Mittwoch seitens der Ermittler, die Suche nach den Eltern laufe weiter. Das Kind habe eine rot-blaue Tasche mit Frauenkleidern bei sich gehabt. Die Drahtzieher der lebensgefährlichen Zugreise, zwei Männer aus Ägypten bzw. dem Irak, konnten im Zuge einer Kooperation von italienischen und österreichischen Polizeikräften im Südtiroler Bozen gefasst werden, sie befinden sich in Haft.

Auch hochschwangere Frau musste aufspringen
Die Männer hätten insgesamt 50 Flüchtlinge via Brenner nach Norden geschleppt - um jeweils 150 Euro. Ausgangspunkt war jeweils Norditalien. Von "einer Hütte nahe dem Bahnhof" ging es dann via Lkw-Güterzug - Schlepper erhoffen sich hier weniger Kontrollen als in Personenzügen - weiter, so die Polizei. Die Flüchtlinge mussten während der Fahrt "aufspringen" und sich in weiterer Folge im Unterboden eines Waggons zusammenkauern - auch eine hochschwangere Frau.

Verstärkte Kontrollen am Brenner
Vergangene Woche wurden verstärkte Kontrollen am Brenner gestartet, an denen sich Österreich, Italien und Deutschland beteiligen. Ziel des gemeinsamen Vorgehens ist es, Flüchtlinge schon auf italienischem Boden aufzugreifen, um eine illegale Einreise nach Österreich und Deutschland zu verhindern. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) betonte, es handle sich dabei um eine "wichtige Maßnahme zur weiteren Bekämpfung der illegalen Migration": "Das ist kein Kavaliersdelikt."

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