Sa, 23. Juni 2018

OSZE-Bericht warnt:

29.09.2017 15:03

"Terror wird Europa noch viele Jahre beschäftigen"

Die Terrorbedrohung "wird uns noch viele, viele Jahre beschäftigen". Diese Warnung hat der Terrorexperte und OSZE-Sonderbeauftragte Peter Neumann am Freitag in Wien ausgeprochen. Auch eine Zerschlagung der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak "kann uns mehr Terrorismus bescheren und nicht weniger, denn das bedeutet lediglich das Ende des Territorialprojekts", sagte Neumann.

Neumann präsentierte gemeinsam mit dem derzeitigen OSZE-Vorsitzenden, Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), einen Bericht an die 57 OSZE-Mitgliedsstaaten. Ziel sei es laut Kurz, "die Radikalisierungsnetzwerke im OSZE-Raum auszuschalten".

Kurz: "Es gibt rund 10.000 Foreign Fighters"
Es gebe rund "10.000 sogenannte Foreign Terrorist Fighters, die sich aus dem OSZE-Raum auf den Weg gemacht haben, um in Syrien und im Irak zu vergewaltigen, zu morden und andere Gruppen, Minderheiten, Religionsgemeinschaften auszulöschen", warnte Kurz vor einem Sicherheitsproblem.

"Kampf gegen Radikalisierung schon im Internet beginnen"
Kurz nannte unterschiedliche Bereiche, wo im Kampf gegen Radikalisierung angesetzt werden müsse: "Es beginnt mit dem Internet", das kein Platz für die Vernetzung radikaler Kräfte sein dürfe. Weiters müsste in Schulen und Kindergärten aktiv daran gearbeitet werden, dass junge Menschen "nicht auf die falsche Bahn" geraten. Eine weitere Maßnahme betreffe die Deradikalisierung in Gefängnissen. Kurz forderte außerdem die islamische Gemeinschaft in Österreich bzw. gläubige Muslime allgemein auf, Terror zu verurteilen und darauf zu achten, dass in ihren eigenen Reihen kein Platz für Menschen sei, die versuchen, zum Extremismus zu verführen. Notwendig sei aber auch das militärische Vorgehen gegen die Extremisten im Irak und in Syrien. Der IS habe 60 Prozent seines Territoriums im Irak verloren und 30 Prozent in Syrien, so Kurz.

Für die steigende Terrorgefahr nannte Neumann mehrere Gründe: Die IS-Anhänger - auch aus Österreich -, die den Kampf in Syrien und im Irak überlebt haben, würden bestens trainiert und international gut vernetzt zurückkehren, und der IS bewerbe Anschläge in Europa. Propagiert würden immer einfacher auszuführende Taten und es könnten anstelle des IS andere gefährliche Gruppierungen entstehen.

Der OSZE-Sonderbeauftragte sagte, dass 20 bis 25 Prozent der Menschen, die nach Syrien gegangen sind, gestorben seien. 40 bis 50 Prozent hielten sich noch in der Region auf, und nur rund ein Drittel sei zurückgekehrt oder gerade dabei, zurückzukehren. "Langfristig ist es wichtig, das 'Kalifat' zu zerstören, aber die Sicherheitssituation wird damit nicht unmittelbar einfacher", so Neumann. Besiegt könne zwar die Organisation werden, aber "nicht die Bewegung". Die Staaten müssten sich daher auf "Phase 2" vorbereiten.

"Terrorismus bekämpft man nicht mit Parolen"
Neumann warnte weiters: "Terrorismus bekämpft man nicht mit Parolen." Es gehe "immer um die kleinen konstruktiven Schritte". Beim OSZE-Ministerrat am 7. und 8. Dezember soll über umsetzbare Maßnahmen diskutiert werden.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.