01.08.2017 22:46 |

Gutachten erstellt

Ermittlungen zur Flut in Lavamünd

Fast fünf Jahre ist es her, dass Lavamünd vom Jahrhundert-Hochwasser heimgesucht wurde. So lange hat auch die Klagenfurter Staatsanwaltschaft gebraucht, um herauszufinden, ob es für die Katastrophe mit Hunderttausenden Euro Schäden einen Schuldigen gibt und ob die Flut vermeidbar gewesen wäre. Jetzt steht fest, ob es zu einem Prozess wegen fahrlässiger Gemeingefährdung kommt.

Gegen die Verbund Hydro Power AG als Betreiber der zehn Draukraftwerke wurde ebenso ermittelt wie gegen ursprünglich 21 Tatverdächtige.

"Unsere Ermittlungen sind abgeschlossen, der Vorhabensbericht wurde der Oberstaatsanwaltschaft Graz vorgelegt", berichtet Staatsanwaltschafts-Sprecher Markus Kitz.

Grundlage für die Entscheidung der Staatsanwaltschaft war das hydrologische Gutachten eines deutschen Universitätssachverständigen, der sogar ein Strömungsmodell erarbeitet hat, um festzustellen, wie sich der Draupegel durch Starkregen und Kraftwerksabsenkung verändert hat. Kitz: "Die Kernfrage für uns war, ob es ein falsches oder schuldhaftes Hochwassermanagement gegeben hat."

Da es sich bei dem Fall aufgrund des öffentlichen Interesses um einen sogenannten Berichtsakt handelt, ist nun die Oberstaatsanwaltschaft am Zug. Sie überprüft im Zuge der Weisungskette die Arbeit der Klagenfurter Kollegen; auch das Justizministerium könnte sich noch einmischen - dieses Prozedere dauert erfahrungsgemäß eine Weile.

von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"

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