Ein neuer Therapieansatz sorgt bei Hautkrebs-Patienten für vorsichtigen Optimismus: Eine personalisierte Impfung in Kombination mit moderner Immuntherapie kann das Risiko eines Rückfalls deutlich senken. Die jetzt veröffentlichten Langzeitdaten nähren die Hoffnung, dass dieser Ansatz künftig auch bei anderen Krebsarten eine Rolle spielen könnte.
Konkret geht es um einen individualisierten Hautkrebs-Impfstoff der US-Pharmakonzerne Moderna und Merck. In Kombination mit der Krebsimmuntherapie Keytruda senkt er das Risiko eines Wiederauftretens der Krankheit oder des Todes um 49 Prozent.
Das zeigen Daten einer fünfjährigen Nachbeobachtung aus einer Studie, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Damit bestätigen die neuen Ergebnisse die bereits nach drei Jahren beobachtete Wirksamkeit.
Impfstoff wird individuell angepasst
Getestet wurde der Impfstoff mit dem Namen Intismeran Autogen bei Patienten mit sogenannten Hochrisiko-Melanomen, deren Tumoren zuvor operativ entfernt worden waren. Der besondere Ansatz: Der Impfstoff wird für jeden Patienten individuell entwickelt – auf Basis der genetischen Signatur des jeweiligen Tumors.
Immunsystem steuert Krebszellen direkt an
Intismeran beruht auf der mRNA-Technologie. Ziel ist es, das Immunsystem gezielt dazu anzuregen, verbliebene oder erneut auftretende Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Die Impfung entfaltet ihre Wirkung jedoch nur in Kombination mit einer Immuntherapie. Dabei erhalten die Patienten über Monate oder Jahre hinweg alle drei bis sechs Wochen Antikörper per Infusion. Diese Form der Behandlung gilt im Vergleich zu klassischen Chemotherapien als meist besser verträglich, Nebenwirkungen treten seltener auf.
Zulassungsprozess könnte beschleunigt werden
Derzeit ist Intismeran noch nicht allgemein zugelassen und befindet sich weiterhin in der klinischen Entwicklung. Sowohl die US-Arzneimittelbehörde FDA als auch die europäische Arzneimittelagentur EMA haben dem Medikament jedoch einen Sonderstatus eingeräumt, da es als besonders vielversprechend gilt. Bei weiterhin positiven Studienergebnissen könnte der Zulassungsprozess dadurch beschleunigt werden.
Parallel dazu weiten Moderna und Merck ihre Forschung aus: Die Kombinationsbehandlung wird derzeit in acht größeren Studien auch bei anderen Krebsarten wie Lungen-, Blasen- und Nierenkrebs getestet. Ob sich die positiven Ergebnisse aus der Melanom-Behandlung auf diese Tumorarten übertragen lassen, müssen die laufenden Studien noch zeigen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.