Wirtschaftsverbrechen

Boss-Betrug: Falsche Chefs sind auf dem Vormarsch

Digital
20.01.2026 14:04
Porträt von krone.at
Von krone.at

Als Firmenchefs und Führungskräfte posierende Hacker richten in Unternehmen wachsende Schäden an. Nach einer Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade stieg die Schadensumme im Vorjahr allein in Deutschland um 80 Prozent.

2024 habe es sogar eine Verdreifachung gegeben, sagte Marie-Christine Kragh, die Leiterin der Vertrauensschadenversicherung bei Allianz Trade in Hamburg. Der Durchschnittsschaden liegt demnach im einstelligen Millionenbereich. Absolute Zahlen zur Höhe der Schäden nannte die Managerin nicht.

KI hilft Tätern beim Schauspielern
Künstliche Intelligenz erleichtert es den Tätern demnach, in ihrer Rolle als falscher Chef glaubwürdig aufzutreten – angefangen von E-Mails, die keine sprachlichen und grammatischen Fehler mehr enthalten, bis zu täuschend echt imitierten Stimmen bei Telefonanrufen.

Teilweise reichten neunzig Sekunden einer echten Tonaufnahme, um eine mit dem Original zu 80 Prozent übereinstimmende Stimme zu schaffen, sagte IT-Sicherheitsexperte Dirk Koch, Partner bei der Rechtsanwaltskanzlei ByteLaw. Am einfachsten haben es die Täter, wenn im Unternehmen Englisch gesprochen wird. „Im Deutschen ist es immer ein bisschen schwieriger, weil die Modelle einfach noch nicht so gut sind und nicht so weit verbreitet sind“, sagte Koch.

Schwachstelle Mensch
Ein Grund für das gehäufte Auftreten falscher Vorgesetzter ist laut Alianz Trade, dass viele Unternehmen technisch aufgerüstet haben, um ihre IT-Systeme vor Hackerangriffen zu schützen. „Wir sehen weiter ein gewisses Katz-Maus-Spiel“, sagte Kragh. „Die Angreifer rüsten auf, professionalisieren ihre Strategien, nutzen neue Techniken, und Unternehmen arbeiten und verbessern ihre Abwehrmechanismen.“

Angreifer nutzen psychologische Mechanismen
Als Chefs auftretende Täter nutzen nach Worten Kraghs häufig eine Kombination aus Druck auf die Mitarbeiter, kombiniert mit Lob und der Behauptung, die Zahlung sei dringlich. „Da sollten alle Alarmglocken schrillen, wenn diese drei Dinge zusammenkommen: Zeitdruck, emotionales Triggering und die Aufforderung, vom Standard abzuweichen“, sagte die Managerin.

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