Ein Bild, das wie eine politische Kampfansage wirkt, sorgt international für Aufsehen: US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social ein offenbar KI-bearbeitetes Bild geteilt, das ihn neben einer Karte der Vereinigten Staaten zeigt – erweitert um Grönland, Kanada und Venezuela. Das Bild richtet sich sichtbar an europäische Spitzenpolitiker und verschärft den ohnehin eskalierenden Streit um die Zukunft der dänischen Arktis-Insel.
Die Montage zeigt Trump während eines Treffens mit europäischen Staats- und Regierungschefs, darunter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Auf der Karte neben ihm sind Grönland, Kanada und Venezuela in die USA integriert. Das Originalfoto stammt aus einem Besuch europäischer Spitzenpolitiker in Washington im August 2025 im Zuge der Ukraine-Verhandlungen, wurde jedoch offensichtlich nachträglich verändert.
Trump hat auch virtuelle Flagge schon eingeschlagen
Zusätzlich veröffentlichte Trump ein weiteres KI-generiertes Bild, das ihn gemeinsam mit Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio in Grönland zeigt. Trump ist darauf zu sehen, wie er eine US-Flagge in den Boden rammt. Daneben steht ein Schild mit der Aufschrift: „Greenland – U.S. Territory. Est. 2026.“ Die Bildbotschaft fügt sich in eine Serie öffentlicher Aussagen, in denen Trump betont, die USA müssten Grönland aus Gründen der nationalen und weltweiten Sicherheit übernehmen.
Der US-Präsident hat in den vergangenen Wochen wiederholt erklärt, die Vereinigten Staaten „müssten Grönland haben“. Er schloss dabei auch militärische Mittel nicht ausdrücklich aus, sollte Dänemark einer Übernahme nicht zustimmen. Grönland gehört als autonomes Gebiet zum Königreich Dänemark, das Außen- und Verteidigungspolitik weiterhin kontrolliert und zugleich Mitglied von EU und NATO ist.
EU-Staaten pochen auf Respekt
Nach Angaben internationaler Agenturen will Trump das Thema Grönland in dieser Woche beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos auf die Agenda setzen. Auf Truth Social berichtete er von einem „sehr guten“ Telefonat mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Gleichzeitig drohte Trump mit Strafzöllen gegen europäische NATO-Staaten, sollten sie seine Pläne nicht unterstützen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte daraufhin klar, dass die Souveränität Grönlands und Dänemarks zu respektieren sei und dies für die transatlantischen Beziehungen von zentraler Bedeutung sei.
Nicht erste Provokation gegen Grönland
Auch aus dem inneren Umfeld des US-Präsidenten kamen zuletzt provokante Signale. Katie Miller, Ehefrau von Stephen Miller, dem stellvertretenden Stabschef im Weißen Haus, veröffentlichte auf der Plattform X (vormals Twitter) ein Bild einer Grönland-Karte in den Farben der US-Flagge. Dazu schrieb sie lediglich „SOON“.
Das Posting löste tausende Reaktionen aus und verstärkte die Sorge, dass die US-Regierung konkrete Schritte zur Aneignung der Insel erwägt. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wies die Darstellung entschieden zurück und erklärte, die USA hätten kein Recht, eines der Länder des dänischen Königreichs zu annektieren.
Darum will Trump die Insel für sich
Hinter dem geopolitischen Interesse stehen auch strategische und wirtschaftliche Faktoren. Grönland verfügt über bislang kaum erschlossene Rohstoffvorkommen, darunter Uran, Gold und Seltene Erden. Zudem würde ein stärkerer US-Einfluss den Zugang zum Nordpolarmeer erweitern, einer Region, die sowohl für Russland als auch für China von wachsender strategischer Bedeutung ist. In der Arktis-Strategie des Weißen Hauses gilt das Gebiet seit Jahren als sicherheitspolitisch zentral.
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