Fr, 22. Juni 2018

Gebäude abgeriegelt

11.03.2017 19:45

Essen: Anschlag auf Einkaufszentrum vereitelt

Die deutsche Polizei hat offenbar einen Terroranschlag auf ein Einkaufszentrum im nordrhein-westfälischen Essen vereiteln können. Wegen "konkreter Hinweise" wurde Samstagfrüh das Gebäude am Limbecker Platz geschlossen und von einem massiven Aufgebot an Einsatzkräften abgeriegelt. Das Einkaufszentrum wurde mit Spürhunden durchsucht. Zwei Männer aus dem nahen Oberhausen wurden im Zusammenhang mit dem Terroralarm verhaftet, die Polizei sprach aber nicht von Tatverdächtigen.

Die Polizei hatte die Terror-Information laut eigenen Angaben von anderen Behörden erhalten und nahm die Bedrohung sehr ernst. "Wir als Polizei sind die Sicherheitsbehörde, und wir haben uns dazu entschieden, wir machen das Einkaufszentrum zu", sagte Polizeisprecher Christoph Wickhorst. Die Entscheidung sei in der Nacht gefallen, das Management wurde am frühen Morgen informiert.

TV-Sender: Auftrag zu Selbstmordattentat kam vom IS
Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, auch aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens. Polizisten in schusssicheren Westen und mit Maschinenpistolen sicherten den umstellten Gebäudekomplex ab. Einsatzkräfte durchsuchten das Gebäude, um auszuschließen, dass sich Beschäftigte oder Reinigungskräfte darin aufhielten. Am Limbecker Platz, wo an normalen Samstagen reger Betrieb herrscht, war es am Vormittag gespenstisch ruhig.

Den "Auftrag" zum Angriff auf den Limbecker Platz soll die Terrormiliz Islamischer Staat gegeben haben, berichtete der WDR. Demnach soll eine Person im Ausland mit Bezug zum IS sogar Bombenbaupläne über das Internet verschickt haben.

Bürgertelefon eingerichtet
Die Polizei richtete ein Bürgertelefon unter der Nummer 0201/8291055 ein. "Es haben sich viele Menschen gemeldet, wir hatten mehrere Hundert Anrufe", sagte der Polizeisprecher zu Mittag. "Unter ihnen waren Anrainer, Besitzer von Geschäften in der Nähe sowie Besucher."

Der Komplex ist laut eigenen Angaben mit mehr als 200 Geschäften und 70.000 Quadratmetern Verkaufsfläche eines der größten innerstädtischen Einkaufszentren Deutschlands.

Essen hat Erfahrung mit Terror
In Essen war vor knapp einem Jahr bereits einmal ein Terroranschlag verübt worden: Im April 2016 hatten zwei muslimische Jugendliche eine Bombe auf ein Gebetshaus der indischen Religionsgruppe der Sikhs geworfen, während dort eine Hochzeit gefeiert wurde. Drei Menschen wurden verletzt. Anfang Dezember begann der Prozess gegen die damals 16 Jahre alten Täter und einen Komplizen. Laut Anklageschrift betrachteten sie die Sikhs als Ungläubige.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.