Mo, 25. Juni 2018

Überfallserie

23.10.2006 18:44

Jetzt brauchen Hunderte Audi-Fahrer ein Alibi

Falsche Polizisten, die Autofahrer überfallen, gab´s im übrigen Österreich und auch in ganz Deutschland noch nie - nur im Innviertel: Dort überprüfen jetzt die echten Polizisten Hunderte Besitzer dunkelblauer Audi A 4 - der Fluchtwagen der Räuber, die mit Pistolen, Blaulicht und Handschellen 24.000 Euro erbeuteten.

„Da wurde eine kriminelle Marktnische gefunden“, wundert sich Sicherheitsdirektor Dr. Alois Lißl über die falsche Zivilstreife: Diese Patrouille stoppt nur Kleinlaster für Autotransporte, deren Lenker zum Gebrauchtwagenkauf Bargeld mitführen. Zwar versteckt, aber zu finden:

  • 6000 Euro eines Slowaken (56), der vor zwei Wochen mit Blaulicht und Winkerkelle bei Ort im Innkreis angehalten worden war. Dem ersten Opfer hat ein falscher Polizist seine eingesteckte Pistole im Hosenbund nur gezeigt.
  • Die zwei nächsten Opfer schauten am Sonntag auf dem A 8-Parkplatz Murau bei Utzenaich schon in die Mündung: „Aussteigen! Hände aufs Dach!“ Dann wurden die beiden 30-jährigen Bulgaren gefesselt - und ausgeraubt. Das etwa 30- bis 50-jährige Trio entkam mit 18.000 Euro Beute.

Mit einem sechs- bis elfjährigen Audi A 4 und GR-Kennzeichen, die kurz vorher bei der Raststätte Aistersheim gestohlen worden waren. Ehe die Besitzerin den Verlust bemerkte, hatten die Räuber die Nummern auf der Flucht weggeworfen. Damit ist klar, dass ihr Auto nur getarnt und nicht gestohlen war: Dass die Fahrer alter, blauer Audi A 4 nun Besuch von echten Polizisten bekommen.

 

 

 

Foto: Krone

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