Fr, 16. November 2018

Papagei als Anlass

02.06.2016 10:11

WTV will mehr rechtliche Kompetenzen für Vereine

Ein offenbar nicht artgerecht gehaltener Papagei und die vermeintliche Untätigkeit der Behörden hat den Wiener Tierschutzverein (WTV) veranlasst, mehr rechtliche Kompetenzen für Tierschutzvereine zu fordern. "Die Zeit des Mahnens und des Bettelns ist definitiv vorbei", so Präsidentin Madeleine Petrovic.

Seit Wochen sollen sich im Wiener Tierschutzverein (WTV) die Beschwerden besorgter Tierfreunde bezüglich der nicht artgerechten Haltung eines Papageien in einer Privatwohnung häufen. Die Recherchen Vereines hätten ergeben, dass das Tier grob vernachlässigt wird, so der WTV in einer Aussendung. Der Halter befindet sich allem Anscheins nach nur sehr selten in der Wohnung, das Tier soll tagelang ohne Futter und Pflege auskommen müssen - das wäre Tierquälerei. Zudem ist die Einzelhaltung von Papageien laut österreichischer Tierhalteverordnung streng verboten.

Papagei seit Monaten vernachlässigt?
Der WTV will bereits nach Bekanntwerden des Falles mehrmals die zuständige Behörde über diesen Missstand informiert haben, bisher ohne Erfolg. "Von Seiten der Behörde heißt es lediglich, dass im konkreten Fall keine Gefahr im Verzug sei. Diese Causa zieht sich nun bereits über mehrere Monate, die Beschwerden der besorgten Nachbarn reißen nicht ab. Wenn der Paragraph 222 hier schwerstens verletzt wird, wie kann die Behörde dann zu dem Schluss kommen, dass keine Gefahr im Verzug sei? Wir werden jedenfalls keine Ruhe geben, bis der gequälte Vogel in Sicherheit ist", sagt Petrovic.

Rechtliche Kompetenzen für Tierschutzvereine
Fälle wie dieser seien zudem ein weiterer Anreiz für den WTV, seine Forderung nach rechtlichen Kompetenzen für Tierschutzvereine zu verstärken, so Petrovic: "Denn die Bevölkerung differenziert oft nicht zwischen Behörden und gemeinnützigen Vereinen, die keine rechtliche Gewalt haben. Die Menschen verlangen, dass etwas passiert." Daher fordert sie: "Wir verlangen, dass der WTV als Stimme der Tiere sowie auch alle anderen Tierschutzorganisationen rechtliche Kompetenzen bekommen, um das Recht für die Tiere auch durchsetzen zu können."

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