09.07.2006 14:39 |

WM 2010

Nur Profi-Schiedsrichter mit Lizenz zum Pfeifen

Der Fußball-Weltverband FIFA plant eine einschneidende Schiedsrichter-Reform. Bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika sollen nur noch Profis zum Einsatz kommen, für deren Ausbildung die FIFA in den nächsten vier Jahren insgesamt 40 Millionen Dollar (31,223 Millionen Euro) bereitstellen will. "Wir müssen das Schiedsrichterwesen professioneller gestalten. Das ist eine Hauptlehre dieser WM", erklärte FIFA- Präsident Joseph Blatter.

Bei seinem Vorstoß treiben den Schweizer weniger monetäre als vielmehr psychologische Gründe um. "Man kann sehen, wie oft die Schiedsrichter im Mittelpunkt der Skandale stehen. Ich muss gar nicht den Namen Hoyzer erwähnen oder Brasilien oder Asien und jetzt in Italien. Ich bin sehr darauf fokussiert, dass man ihnen hilft. Eines der Mittel muss der Profi-Schiedsrichter sein. Es geht nicht um Entlohnung, sondern um die Psychologie des Berufes. Wenn ich im Beruf stehe, bin ich weniger beeinflussbar von externen Agenten", sagte Blatter der dpa.

Auf Ablehnung stößt Blatters Idee bei Hellmut Krug, dem Abteilungsleiter Schiedsrichterwesen im Deutschen Fußball-Bund. "Ich sehe darin keine Vorzüge. Es konnte noch niemand beweisen, dass ein Profi-Schiedsrichter besser pfeift. Er hat auch nur zwei Augen und ist auch nur ein Mensch. Auch Profis werden Fehler nicht vermeiden können. Das hat man bei dieser WM gesehen, wo der gravierendste Fehler von einem Profi gemacht wurde", erklärte Krug.

Drei Mal Gelb für einen Spieler
Gemeint ist Graham Poll, der dem Kroaten Josip Simunic im Vorrundenspiel gegen Australien gleich drei Mal die Gelbe Karte zeigte und nach der vorzeitigen Heimreise seinen Rücktritt erklärte.

Blatter ist der Ansicht, dass nur durch eine Professionalisierung eine "einheitlichere Regelauslegung" gewährleistet würde. Derzeit wüssten die Spieler nicht, wo ihre Grenzen sind, wenn "der eine nachsichtig und der andere übermäßig streng" entscheide. In den 63 WM-Spielen bis zum Finale am Sonntagabend hatten die Referees 27 Platzverweise (8 Rot, 19 Gelb- Rot) ausgesprochen - so viele wie noch nie. Auch die 303 Gelben Karten bedeuteten schon vor dem Endspiel Negativ-Rekord.

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