Do, 20. September 2018

Aktivisten dahinter?

11.11.2015 21:11

Im "Dschungel" von Calais häufen sich die Krawalle

In den letzten Tagen häufen sich gewalttätige Ausschreitungen in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais, wo Tausende Flüchtlinge auf eine Möglichkeit warten, mittels Fähren über den Ärmelkanal oder durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Immer wieder gibt es Verletzte unter den Flüchtlingen bzw. den einschreitenden Polizisten. Aus Sicht der Regierung in Paris gehen die nächtlichen Zusammenstöße auf politische Aktivisten zurück. Diese sollen den Migranten sogar Techniken der Stadtguerilla beibringen.

In Calais kampieren seit Jahren zahlreiche Flüchtlinge, nach Angaben des Innenministeriums rund 4500. Sie versuchen, auf Lastwagen durch den Tunnelkanal oder über Fähren illegal nach Großbritannien zu kommen. Weil sie sich dort bessere Chancen erhoffen, wollen sie in Frankreich keinen Asylantrag stellen.

Die Migranten seien verzweifelt, weil es nach Calais nicht weitergehe und die Grenze "vollständig dicht" sei, sagte Innenministeriumssprecher Pierre-Henry Brandet am Mittwoch. Diese Situation werde von Aktivisten genutzt, um für Chaos zu sorgen. Vor allem werden zwei Gruppierungen genannt: die linksradikalen Aktivisten des Schwarzen Blocks und die Gruppe No Border. Diese sollen nicht nur junge Männer unter den Flüchtlingen in Techniken der Stadtguerilla schulen, sondern sogar, heißt es in britischen Medien, bei Straßenschlachten unterstützen.

Festnahme zweier Aktivisten
Zwei Aktivisten sind laut Innenministerium vor Kurzem festgenommen worden. Laut Ministerium hat sich die Lage in der Nacht auf Mittwoch beruhigt und war danach "unter Kontrolle". Es seien rund 60 Tränengasgranaten eingesetzt worden und damit fünf Mal weniger als in den beiden Nächten zuvor.

In den Nächten zuvor hatten die Bewohner des "Dschungels", wie das Flüchtlingsquartier in Calais von den Migranten selbst genannt wird, mittels Straßenschildern und anderen schweren Gegenständen die Zufahrtsstraßen zum Hafen zu blockieren versucht. Damit sollte das Aufspringen auf anhaltende Lkws erleichtert werden. Als die Polizei anrückte, kam es zu Steinwürfen auf die Beamten. Diese antworteten mit Tränengas. Zahlreiche Migranten wurden verhaftet. Unter den Polizisten und ihren Angreifern gab es mehrere Verletzte.

Unten sehen Sie ein Video aus der Nacht auf Mittwoch.

Dieses Video aus einer Überwachungskamera zeigt Flüchtlinge beim Einsteigen in einen Lkw und Polizeieinsätze im "Dschungel" (auf Französisch).

Polizei: "Wir sind beunruhigt"
Ein Polizeigewerkschaftsvertreter sagte, es habe noch nie so gewaltsame Zusammenstöße gegeben und noch nie so viele verletzte Kollegen. "Wir sind beunruhigt, wenn es einmal eine Revolte im Lager gibt, wird das der Wahnsinn", sagte der Gewerkschafter. Deshalb versuchen die französischen Behörden derzeit, die Bewohner des Lagers zu überreden, einer Unterbringung in Aufnahmelagern in anderen Landesteilen zuzustimmen.

In den vergangenen Jahren wurde der "Dschungel von Calais" immer wieder aufgelöst. Wie auch in diesem Video aus dem Jahr 2009 zu sehen ist.

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