Verbote im Gespräch

Ausgesetzte Exoten werden zusehends zum Problem

Schildkröten im Wörthersee, Piranhas in der Drau, Bartagamen und Vogelspinnen: Ausgesetzte Exoten werden in Österreich zusehends zum Problem. Hunderte der ungeliebten Haustiere werden jedes Jahr wieder eingefangen – Aufnahmestellen sind überfüllt. Weil auch heimische Arten leiden, werden Verbote gefordert.

Die unliebsam gewordenen Tier-Exoten werden immer mehr. "Wir haben wirklich zu kämpfen. Alle Tiere, die irgendwo ausgesetzt und dann gefangen werden, kommen zu uns. Der Zoo platzt aus allen Nähten", ist Helga Happ, Chefin der Kärntner Aufnahmestelle und des Reptilienzoos in Klagenfurt alarmiert.

Boas, Pythons, Nattern & Co.
Auf ihrer Liste der abgegebenen Ex-Haustiere finden sich neben zahllosen Schildkröten auch Boas, Pythons, Nattern sowie Leguane, Agamen, Geckos, Skinke, Skorpione und Vogelspinnen. 430 exotische Zugänge wurden in den vergangenen zwei Jahren in der Kärntner Aufnahmestelle abgegeben. Was nicht mehr untergebracht werden kann, wird an Zoos in Marburg, Laibach, Schönbrunn oder den Tierhandel weitergegeben.

Halter setzen Tiere einfach aus
Was unbehelligt noch in Südösterreichs Natur so herum kreucht und fleucht, ist mittlerweile unüberschaubar. "Die Tiere werden wie Dinge ausgesetzt", weiß Happ . Was der Besitzer mit der "Freiheit als Geschenk" rechtfertigt, bedeutet für die Tiere oft den Tod. Denn der Großteil der Exoten überlebt den Winter nicht.

Verkaufs- und Importverbote stehen im Raum
Einige bringen sogar die heimische Flora und Fauna aus dem Gleichgewicht. "Schildkröten fressen Molche und andere Tiere, die kaum Feinde haben", erklärt die Reptilien-Expertin. Da ausgesetzte Tier-Exoten in den meisten EU-Ländern zum Problem werden, werden strengere Verkaufs- und Importverbote geprüft.

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Freitag, 05. März 2021
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