Ekkehard Wimmer ist Landesleiter der Bergrettung Tirol. Im Radio-U1-Interview mit Vitus Amor lässt er tief blicken und spricht darüber, welcher Einsatz ihn bis heute nicht mehr loslässt.
„Wie geht’s da?“ Diese Frage stellt Vitus Amor in seiner Radio-U1-Sendung seit 2024 Tiroler Persönlichkeiten. In Folge 29 ist Ekkehard Wimmer, Landesleiter der Tiroler Bergrettung, zu Gast. Die Sendung wird am Dienstag, den 3. November, um 20 Uhr auf Radio U1 Tirol ausgestrahlt. Sie ist außerdem als Podcast abrufbar – Details dazu sind in der Faktenbox rechts zu finden.
Die Zahlen sind beeindruckend: Rund 4600 Bergretter in 91 Ortsstellen stehen in Tirol an 365 Tagen im Jahr Tag und Nacht ehrenamtlich im Einsatz, im Vorjahr wurden sie erstmals mehr als 4000 Mal alarmiert – das sind im Durchschnitt rund zehn Einsätze pro Tag. „Das beweist, dass wir auf jeden Fall eine systemrelevante Einsatzorganisation sind“, sagt Wimmer.
Im Zuge meiner Skilehrerausbildung in Sölden löste sich abseits eine Lawine, die in die Piste hinein kam und einen Zehnjährigen Bub mitgerissen hat.
Ekkehard Wimmer, Landesleiter der Tiroler Bergrettung
Dieser Einsatz lässt ihn nicht mehr los
Er selbst ist seit Kindesbeinen in den Bergen unterwegs, „aus Gründen des Interesses und der Solidarität“ wurde er Mitglied bei der Bergrettung. Einsätze hat er bisher zahlreiche erlebt. „Im Zuge meiner Skilehrerausbildung in Sölden löste sich abseits eine Lawine, die in die Piste hinein kam und einen zehnjährigen Bub mitgerissen und verschüttet hat. Ich war zufällig bei der Suchaktion dabei, der Bub wurde schließlich in meinem Suchbereich tot gefunden. Das sind natürlich schon schmerzvolle Erlebnisse“, sagt Wimmer.
Die Sendung wird am Montag, dem 2. November 2026, um 20 Uhr bei Radio U1 Tirol wiederholt. Zudem kann sie jederzeit auch auf YouTube, Spotify, Apple Podcast sowie auf der Radio-U1-Tirol-Homepage nachgehört werden. Einfach auf den QR-Code klicken.
Jede Bergretterin bzw. jeder Bergretter gehe anders mit derartigen Einsätzen um. „Es fließen auch mal Tränen“, verrät der Landesleiter, „manchmal hilft ein gemeinsames Bier innerhalb der Gruppe nach dem Einsatz. Wir können aber auch interne Experten anonym kontaktieren, die uns bei der Bewältigung helfen. Die oberste Priorität lautet: Niemand soll durch seine ehrenamtliche Tätigkeit einen Schaden davontragen“.
Verliert der Tod im Laufe der Jahre seinen Schrecken? „Solche Erfahrungen berühren immer wieder aufs Neue, aber man erhält einen anderen Zugang dazu. Jeder muss selbst seinen Weg finden, damit umzugehen.“
Dreiviertel der Einsätze betreffen laut Wimmer Ausländer, die Bergrettung Tirol rechnet jeden Einsatz ab. „Wir benötigen das Geld, eine Freizeit-Unfallversicherung ist ratsam“, sagt er.
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