Statt Jugendgewalt

„Disziplin, Respekt und Selbstbeherrschung“

Wien
29.10.2026 16:00

Kämpfen, aber nicht im Hinterhof: Im Verein Vienna Martial Arts in Rudolfsheim-Fünfhaus trainieren Kinder und Jugendliche die Kampfsportarten Brazilian Jiu Jitsu und MMA. Ein Trainer erklärt die Ziele dahinter

Gerade jetzt, einer Zeit, in der Gewalt auf Wiens Straßen immer mehr für Schlagzeilen sorgt und die Debatte über jugendliche Straftäter an Schärfe gewinnt, kann das richtige Hobby einen wichtigen Unterschied machen. Genau hier setzt der Kampfsportverein Vienna Martial Arts in Rudolfsheim-Fünfhaus an.

Beim Brazilian Jiu Jitsu starten die Kämpfe in der Regel aus dem Stand und haben die Aufgabe des ...
Beim Brazilian Jiu Jitsu starten die Kämpfe in der Regel aus dem Stand und haben die Aufgabe des Gegners zum Ziel. Erlaubt sind diverse Hebel -, Wurf – und Würgetechniken. Schläge und Tritte sind nicht erlaubt.(Bild: Zwefo)

Schon Kinder ab sechs Jahren lernen bei MMA und Brazilian Jiu-Jitsu, eine südamerikanische Variante des traditionellen, japanischen Sports. Aber gerade der Kampfsportart MMA haftet ein brutales Image an, ist nicht immer positiv besetzt. Die Hauptgründe für das negative Bild: die extreme physische Brutalität, die historische Vermarktung als „regelloser Käfigkampf“ und die Verknüpfung einzelner Akteure. 

„Dabei geht es um Disziplin, Respekt und Selbstbeherrschung“, erklärt Ernst Binder, selbst Trainer und Landespräsident des AUTMMAF Wien, im Gespräch mit der „Krone“. Doch wie viel Kampf darf bei den Kleinsten sein? Der Landesverband setze auf eine sportliche Ausbildung, die weit über den Kampf auf der Matte hinausgehen soll. Sein gewählter Ansatz legt: die Sportarten sozusagen „salonfähig“ zu machen, sich auf den Breiten- und Schulsport zu konzentrieren. 

(Bild: Zwefo)

„Besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung unserer Leistungsträger im Kinder- und Jugendbereich. Die Jugendlichen sollen pädagogisch und psychologisch sensibilisiert werden und die Kraft kontrollieren können“, so Binder. Überschießender Gewaltanwendung, im sportlichen aber auch im privaten sowie im öffentlichen Bereich, gilt es entschieden entgegenzutreten, betont der Trainer. In den Käfigkampf geht es dann erst mit 14 Jahren.

Trainiert wird aktuell an drei Standorten im 14. und 15. Bezirk. Das Interesse ist groß. Die bevorstehende Landesmeisterschaft im November ist komplett ausgebucht.

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