Sonderdividende

20 Millionen für AMAG-Arbeiter

Mit Standortgarantie, mehr Mitspracherechten und einer Sonderdividende von 20 Millionen Euro will AMAG-Käufer Constantia die Mitarbeiter ins Boot holen. Jeder der 1500 Aktiven und 500 Pensionisten bekäme damit 10.000 Euro. Das Angebot erging Dienstag Vormittag schriftlich an Betriebsrat und Mitarbeiterstiftung, zwischen denen sich die Fronten schon völlig verhärtet hatten. Jetzt reden sie wieder miteinander.

Mündlich hatten die Stifter, AK-Präsident Johann Kalliauer und Metallersekretär Walter Schopf bereits vorige Woche Zusagen von der Constantia erhalten, die sie Dienstag Abend mit dem Betriebsrat besprechen wollten. Das Gespräch wurde aber abgesagt, weil es „nichts gebracht hätte“, wie Betriebsratschef Otto Höfl begründete: „Wir warten auf ein Angebot, das uns die Constantia selbst macht.“

Das hat der Konzern nun getan: „Der Standort Ranshofen hat für uns oberste Priorität“, garantiert er schriftlich und verspricht für die Mitarbeiterstiftung Wertsicherung, gleichbleibende Gewinnausschüttungen und zusätzliche Mitspracherechte für ihre Vertreter. Den Beschäftigten, die gehofft hatten, bei einem Verkauf der Anteile zu „Schilling-Millionären“ zu werden, bietet er eine Sonderdividende, die umgerechnet immerhin für jeden 140.000 Schilling bringt.

„Die Constantia will die AMAG und will, dass die Mitarbeiterstiftung bleibt“, schildert Schopf seine Gespräche mit dem Konzern, der künftig 80 Prozent des Unternehmens halten wird. Eine „österreichische Lösung“, wie sie SP-Chef Erich Haider wollte, der nun hofft, dass sich die Wut verkaufswilliger AMAG-Arbeiter legt: „Die Gewerkschaft und wir haben eine Brücke für eine gute Lösung gebaut.“ Die Betriebsversammlung am Donnerstag wird zeigen, ob die Arbeiter das auch so sehen.

 

 

 

Foto: Chris Koller

Dienstag, 11. Mai 2021
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