Nach zehntem WM-Gold

Reitsport-Legende siegt vor Schloss Schönbrunn

Sport-Mix
25.09.2026 14:55
Porträt von Michaela Braune
Porträt von Sophie Hartl
Von Michaela Braune und Sophie Hartl

Seit Donnerstag ist die Weltelite des Pferdesports vor dem Schloss Schönbrunn am Start. Erstmals wurde heuer auch in der Dressur um den Sieg geritten. Wenig überraschend siegte die deutsche Isabell Werth, nachdem sie erst vor einem Monat in Aachen mit der Mannschaft ihre zehnte WM-Medaille in Gold und Bronze in der Einzel-Kür geholt hatte. Außerdem erklang am Freitag erstmals die österreichische Hymne bei einer Siegerehrung. 

Die erst 17-jährige Sophia Karl triumphierte gleich im ersten Bewerb am Freitag, einer Springprüfung über 120 cm. Im Sattel ihrer Stute „PB Endless Summer“ setzte sie sich gegen die Konkurrenz durch und blieb nicht nur fehlerfrei, sondern ritt auch die schnellste Zeit nach Hause. In der anschließenden Medium Tour über 125 cm wurde 
Theresa Singer als beste Österreicherin Zweite. 

Werth siegte mit deutlichem Vorsprung
Mit Spannung erwartet wurde schließlich der Auftritt der Dressurreiter, die sich erstmals vor der beeindruckenden Kulisse des Schlosses Schönbrunn die Ehre gaben. Im Grand Prix, der höchsten Prüfung im Dressursport siegte wenig überraschend Rekordreiterin Isabell Werth mit dem Hengst „Viva Gold“, mit fast sieben Prozentpunkten Vorsprung auf ihre Landsfrau und WM-Teamnkollegin Katharina Hemmer mit „Special Gold PCH“. Die Österreicherinnen Franziska Fries und Katharina Haas belegten Rang sieben und acht. 

„Es ist wunderbar, das Ambiente könnte schöner nicht sein“, freute sich Werth anschließend im Gespräch mit der „Krone“: „Es ist ein bisschen eine Erinnerung an Versailles, an die Olympischen Spiele. Ich freue mich schon auf Samstagabend.“ Da steht nämlich die Musikkür unter Flutlicht auf dem Programm – vor ausverkauften Rängen. 

Österreichs Springreiter zeigen auf
Bereits am Donnerstag zeigten die rot-weiß-roten Springreiter und -reiterinnen, dass mit ihnen am Wochenende zu rechnen ist. Gleich vier von ihnen schafften es am Donnerstag in der ersten Prüfung der höchsten internationalen Kategorie unter die besten zehn. Christoph Obernauer ritt mit „Kleons Jana“ auf Platz drei, Bianca Babanitz belegte mit „Dakato“ Rang fünf. Julia Kogelnig wurde Siebente, die erst 21-jährige Wienerin Lena Binder starke Zehnte. Auch Katharina Rhomberg auf Platz 13 und Max Kühner auf Rang 16 reihten sich im Vorderfeld ein. Den Sieg holte der Australier Thomas McDermott mit „Shqely“ vor der Niederländerin Sanne Thijssen mit „Jopie Amazing JR“.

Neben dem Reitsport auf Weltklasse-Niveau gehörte der Donnerstag auch dem Nachwuchs. Rund 400 Kinder aus 22 Wiener Schulklassen könnten Pferde und Reitsport hautnah erleben und entdecken. Am Donnerstagabend stand eine weitere Premiere mit dem Auftritt der Lipizzaner aus der Spanischen Hofreitschule auf dem Programm. 

Fohlen suchen neue Besitzer
Eine weitere Neuerung ist der Auftritt der Fohlen, zwölf ausgewählte Warmblutfohlen werden am Samstagnachmittag über eine Auktion vor Ort den Besitzer wechseln. Einen besonderen Teilnehmer gibt es außer Konkurrenz: Das Shetland-Hengstfohlen „Kaiser Franz Joseph“ wird für den guten Zweck versteigert. Der gesamte Erlös kommt dem Kinderhospiz Lichtblickhof zugute.

Sportlich bleibt es weiter spannend, 180 Reiterinnen und Reiter aus 37 Nationen gehen das ganze Wochenende über an den Start. Das Finale, der Longines Grand Prix über 160 cm, bildet den krönenden Abschluss am Sonntagabend. 

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