Volksfest in Altaussee

Kirtag: Wo alle anpacken und es kein VIP-Zelt gibt

Steiermark
05.09.2026 17:30

Startschuss für den Altausseer Kirtag: Tausende Feierlustige kommen am Fuße des Losers zusammen, um das steirische Lebensgefühl zu feiern. „Bei uns gehört jeder dazu“, sagt Bürgermeister Gerald Loitzl und verkündet: „Die nächsten drei Tage gemma nimma heim!“

Im Hintergrund der Loser, davor der Altausseer See und mitten in dieser traumhaften Kulisse Tausende Feierlustige: Wenn sich die ganze Region und alle „Zugroasten“ wieder ins grün-rosa-violette Dirndl und die kurze Lederne schmeißen, dann steigt der 64. Altausseer Kirtag. Schon bevor das Fest losgeht, bildet sich eine beachtliche Schlange. Und dann, pünktlich um 12 Uhr, strömen alle ins Bierzelt, aus dem der Geruch von Grillhendl herausweht.

Spätestens, als die Musikkapelle einmarschiert, kommen alle in Fahrt. Es wird geklatscht und gesungen; Musik aus dem Lautsprecher gibt es hier nicht. Feuerwehrkommandant Christian Fischer und Bürgermeister Gerald Loitzl schließen den Festzug ab. Letztere ist es auch, der die Gäste offiziell begrüßt und verkündet: „Die nächsten drei Tage gemma nimma heim!“ Bis zu 20.000 Gäste werden bis Montag erwartet. Loitzl ist schon jetzt zufrieden: „In zehn Minuten war das ganze Zelt voll, auch das Wetter spielt mit.“

Das Organisatorenteam aus Feuerwehr und Getränkelieferanten. In der Mitte: Kommandant Christian ...
Das Organisatorenteam aus Feuerwehr und Getränkelieferanten. In der Mitte: Kommandant Christian Fischer und Bürgermeister Gerald Loitzl (re.).(Bild: Jürgen Fuchs)

Kommandant Fischer weiß als Organisator, was alles über die Theke wandert: 720 Fass Bier, 50.000 Hendl, 1600 Kilo Bratwürstel, 20.000 Semmeln, 800 Kilo Sauerkraut und 200 Kilo Saibling. 500 freiwillige Helfer machen die Veranstaltung möglich. Beim Grillen und Anrichten packen alle Generationen an – sogar der elfjährige Georg mit seinem 13-jährigen Bruder Martin.

Kellner René erzählt, dass er drei Tage lang circa 14 Stunden am Stück auf den Beinen ist. Ganz ohne Bezahlung. Alles nur, damit die Gäste eine „unbeschwerte Zeit“ haben, wie Fischer erklärt: „Bei uns kann man einfach sorgenfrei feiern und es sich gutgehen lassen.“

Beim Altausseer Kirtag gibt es kein Schnickschnack, auch kein VIP-Zelt oder Ähnliches. Promis und Politiker – heuer hat sich nur Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom angekündigt – mischen sich unter die Festgäste. Die Heimatverbundenheit schweißt hier alle zusammen: „Wir sind da alle daheim – und jeder gehört dazu“, bringt es Loitzl auf den Punkt.

Aber was macht dieses Heimatgefühl aus? „Der Zusammenhalt und das Beisammensein, eben genau das, was wir heute machen“, meint Dominik, der im Bierzelt seinen 30er feiert. „Wohlfühlen und Spaß haben“ gehört für Fabian dazu, bei Pia sind es „Familie und Freunde“. Max, der gemeinsam mit Belinda aus Gmunden angereist ist, schätzt am Ausseerland die Tradition und die Werte.

„Wenn man in Altaussee daheim ist, braucht man nicht fortfahren, bei uns ist es einfach am schönsten“, ist Fischer überzeugt. Tradition ist eben, dass Gutes so bleibt, wie es ist. Deswegen ist auf den Kirtag Verlass – noch viele Jahre und Jahrzehnte. Im Hintergrund wird sogar schon für 2027 geplant: „Nach dem Fest ist vor dem Fest“, freut sich der Kommandant schon.

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