So, 19. August 2018

WAC-Mastermind

15.09.2014 11:12

21 Fakten über den Erfolgsmenschen Didi Kühbauer

Nach acht Runden steht der WAC - als erstes Kärntner Team überhaupt - an der Tabellenspitze der Bundesliga. Mastermind hinter dem Wolfsberger Sensationscoup: Trainer Didi Kühbauer. Mit ihm an der Outlinie hält der WAC derzeit bei 21 Punkten. Wir haben 21 Fakten über den Erfolgsmenschen Kühbauer zusammengetragen.

1) Heiligenkreuz. Didi Kühbauer gilt zwar als Mattersburger Urgestein, wuchs dort auch auf. Sein Geburtsort ist aber Heiligenkreuz, ein 1.200-Einwohner-Nest im Südburgenland. Dort erblickte er am 4. April 1971 das Licht der Welt.

2) Heimatverbunden. Dem Burgenland hält er immer noch die Treue. Obwohl in Kärnten berufstätig, wohnt Kühbauer mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Wulkaprodersdorf im Bezirk Eisenstadt, etwa 230 Kilometer von Wolfsberg entfernt. Einmal geht's unter der Woche nach Hause, einmal am Wochenende nach dem Spiel. Dazwischen haust Kühbauer in einer kleinen Wohnung in Wolfsberg.

3) Tennis-Ass. Apropos Wulkaprodersdorf: Dort spielte Kühbauer bis vor etwa zwei Jahren regelmäßig Meisterschaften - im Tennis. Tatsächlich ist er nämlich ein durchaus formidabler Racket-Schwinger. Sein aktueller ITN-Wert: 5,2, dieser wurde aber automatisch nach oben korrigiert, weil er seit fast zwei Jahren kein Meisterschaftsspiel mehr bestritten hat. Dafür liest sich seine Bilanz umso beeindruckender: Zwischen 2010 und 2012 gab er in der dritten und zweiten Klasse keinen einzigen Satz ab. In Wolfsberg muss als Tennispartner vorwiegend "Co" Manfred Nastl herhalten.

4) Starek. Das Kicken erlernte Kühbauer in Mattersburg. 1987 ging es für das Ausnahmetalent zur Admira, wo er als 16-Jähriger sein Bundesliga-Debüt gab. Trainer dort war Gustl Starek. Der gleiche Starek, der ihn fünf Jahre später - dann als grün-weißer Cheftrainer - zu Rapid holte. Als Herzog-Nachfolger. Ein Jahr zuvor war der Transfer noch an der Ablösesumme gescheitert.

5) Violetter Meistermacher I. Kühbauer gilt als Rapidler durch und durch. Umso bizarrer mutet an, dass er in seiner ersten Saison bei Rapid indirekt den Erzrivalen aus Favoriten zum Meister machte. Sein Siegestor zum 1:0 gegen Salzburg, bis zuletzt Austrias unmittelbarer Titelkonkurrent, verhalf den "Veilchen" nämlich zum Titel.

6) Violetter Meistermacher II. Viele Jahre später half Kühbauer wieder mit, violette Erfolgsgeschichte zu schreiben. 2006, Kühbauer spielte da schon bei Mattersburg, wurde die Austria erneut Meister - nicht zuletzt dank "Motivator" Kühbauer. Dieser hatte in einem Interview die Leistungen der - damals noch von mit Stronach-Millionen vollgepumpten - Austria kritisch hinterfragt. Austria-Trainer Frenkie Schinkels erzählte, er habe Kühbauers Worte ausgedruckt und in der Spielerkabine aufgehängt, um seine Kicker zu einer Trotzreaktion zu bewegen. Tatsächlich fuhren die "Veilchen" dann doch noch den Titel ein. Kühbauers Replik: "Das freut mich. Ich habe die Austria mit einem einzigen Satz zum Meister gemacht. Vielleicht reiche ich noch um die Meisterprämie ein."

7) Janckers Techniktrainer. Bei Rapid erlebte Kühbauer seine erfolgreichste Zeit: Meisterittel, Cupsieg, Europacup-Finale. Einer seiner damaligen Mitspieler war Carsten Jancker, damals noch ungeschliffener Rohdiamant. Von Janckers technischen Qualitäten war Kühbauer anfangs bestenfalls mäßig überzeugt. "Das Kicken hat er wirklich bei uns gelernt", erinnert sich Kühbauer: "Dafür hat aber Kraft wie ein Stier gehabt. Der hat mich einmal über den Trainingsplatz geschleppt, ohne dass er es gemerkt hat, obwohl ich mich hinten wie ein Pflug quergestellt habe."

8) "Faule Sau zum Quadrat". Ebenfalls mit von der legendären Rapid-Partie: Libero-Diva Trifon Ivanov. "Eine faule Sau zum Quadrat", beschreibt Kühbauer seinen einstigen Kollegen: "Ich habe noch nie einen Spieler so schlecht trainieren gesehen wie ihn." Wo sich Ivanov jetzt herumtreibt, weiß Kühbauer nicht. "Ich habe nur gehört, dass er jetzt weit über 100 Kilo wiegt. Aber mich wundert's nicht. Weil irgendwann musst du das Gewicht draufkriegen."

9) Kein Schweindl. Selbst hat Kühbauer übrigens nach wie vor die Figur eines Top-Athleten. Zugenommen hat er seit seinem Karriereende "vielleicht zwei, drei Kilo". "Aber es steht ja nirgends geschrieben, dass man nach dem Karriereende zunehmen muss. Das ist ja nur Bequemlichkeit." Er hungere keinem Ideal hinterher, sagt er, "aber ich will halt auch nicht ausschauen wie ein Schweindl".

10) Rapidler in Innsbruck. Als Rapid-Spieler trainierte Kühbauer übrigens eine zeitlang beim damaligen FC Tirol in Innsbruck. Der Grund: Didis damalige Frau lag nach einem Autounfall in einer Innsbrucker Klinik. Um schneller bei ihr zu sein, durfte Kühbauer fallweise bei den Tirolern mittrainieren, um sich fit zu halten.

11) Rekordhalter. Kühbauer ist Publikumsliebling. Sechsmal wählten ihn die Leser der "Krone" und krone.at zum Fußballer des Jahres - so oft wie sonst niemanden. Warum er bei den Fans so gut ankommt? "Ich glaube, weil ich geerdet geblieben bin und mich nicht verbiegen hab' lassen."

12) Schlaflos wegen Haas. Einmal war Kühbauer als Aktiver bei einer WM dabei, 1998 in Frankreich. Sein damaliger Zimmerkollege war Sturm-Legende Mario Haas. Dieser bereitete Kühbauer die eine oder andere schlaflose Nacht. "Weil er im Bett immer über Kopfhörer Musik hörte. Der hat aber so laut aufgedreht gehabt, dass ich immer mithören könnte bzw. musste."

13) "Oasch". Die Leistung des Nationalteams bei der WM in Frankreich stuft Didi retrospektiv als "Oasch" ein. Das Team habe sich unter dem Wert geschlagen, meint er heute. "Vielfach wurden unsere Leistungen besser dargestellt, als sie wirklich waren."

14) Kein Gedanke an Beckham. 2004 traf Österreichs Nationalteam mit Kühbauer in der Startelf in der WM-Qualifikation in Wien auf England, das Spiel endete 2:2. Der Hype um Superstar David Beckham war damals am Höhepunkt. Vor dem Spiel gefragt, ob er eh nicht zu viele Gedanken an den britischen Feschak verschwenden würde, antwortete Kühbauer: "Mir ist der Beckham schon wurscht, aber wahrscheinlich bin ich dem Beckham auch wurscht."

15) Admira zum Abschied und Einstand. 1997 verließ Kühbauer Rapid in Richtung Spanien. Sein letzter Gegner im grün-weißen Dress war die Admira, das Spiel endete 7:0, Kühbauer steuerte das 4:0 bei. Sechs Jahre – und zwei Auslandsengagements bei Real Sociedad und VfL Wolfsburg – später kehrte Kühbauer, mittlerweile 32 Jahre alt, als Leithammel des Aufsteigers SV Mattersburg in die Bundesliga zurück. Der Gegner war wieder die Admira, das Spiel endete 1:1.

16)Ein Häusl mit Mandreko. Bei Mattersburg traf Kühbauer auf seinen ehemaligen Rapid-Spezi Sergej Mandreko. Zu ihm war der Kontakt dazwischen nie abgerissen. "Der Sergej und ich könnten schon ein Häusl bauen um das Geld, das ich mit ihm während meiner Spanien-Zeit vertelefoniert habe."

17) Rohrbrunn. 2008 beendete Kühbauer seine aktive Karriere. Allerdings nur vorläufig. Denn 2013 gab er ein viel beachtetes Comeback – beim SV Rohbrunn in der ersten Klasse Süd im Burgenland. Ex-Mattersburg-Kollege Thomas "Schutti" Wagner, Obmann von Rohbrunn, hatte Kühbauer dorthin gelotst. Und so spielte Kühbauer mit 42 Jahren noch einmal ein Meisterschaftsspiel, das prompt 3:1 gewonnen wurde.

18) Wie eine Lungenentzündung. Nach seinem Karriereende wurde Kühbauer gefragt, ob er die Schiedsrichter vermissen werde. "Ja", antwortete er, "wie eine Lungenentzündung."

19) Wieder Admira. Kühbauers erste Trainerstation waren die Admira Amateure. 2010 stieg er zum Cheftrainer der Admira-Profis auf, nachdem Walter Schachner frühzeitig entlassen wurde. Wie als Spieler war also auch als Trainer die Admira das Tor zur Bundesliga.

20) Historisch. Mit dem WAC schreibt Cheftrainer Kühbauer derzeit Geschichte. Erstmals steht ein Kärntner Klub an der Tabellenspitze. Grund zum Träumen sieht der Trainer aber nicht: "Jetzt von Europacup zu reden, wäre sinnlos. Man darf ja nicht vergessen, dass wir immer noch den kleinsten Kader in der Liga haben."

21) Keine Modebegriffe. "Gegen den Ball arbeiten", "aktiz fehlen. "Irgendwer hat damit angefangen. Und auch wenn es stimmt, muss ich es nicht nachreden. Ich weiß genau, wie ich mit meinen Spielern zu reden habe. Wichtig ist, dass sie mich verstehen."

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