LIGAREFORM-BEBEN

„Im Unterhaus ist zu viel Geld im Spiel“

Der Burgenländische Fußballverband plant eine drastische Ligareform. Die Zusammenlegung der 1. und 2. Klassen wird diskutiert und soll schon zur neuen Saison umgesetzt werden. Der Verband erhofft sich dadurch unter anderem die Legionärsquote zu senken.

„Unsere jetzige Ligastruktur ist nicht mehr zukunftsfähig.“ Mit diesen Worten hat BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer einen Stein ins Rollen gebracht. Der das rot-goldenen Unterhaus grundlegend verändern und vor allem nachhaltig verbessern soll.

Im Zentrum steht das Vorhaben, die 1. und 2. Klassen zusammenzulegen. Ganz nach dem Beispiel der Region Mitte, die in dieser Saison als Paradebeispiel vorgeprescht ist. Besonders konkret ist die Idee im Landessüden. Zukünftig sollen die untersten Leistungsstufen in drei 1. Klassen gebündelt und regional aufgeteilt werden. Und das schon zur kommenden Spielzeit 2026/27! „Wir müssen die Vereine abholen, ihre Meinungen einholen. Und so eine gesunde Struktur aufbauen, die zukunftsfähig ist“, betont Wutzlhofer. Bei der Gruppensitzung Ende Mai soll eine Abstimmung über die Reform entscheiden. Im Norden ist ein ähnliches Vorgehen geplant. Die 2. Klasse könnte dort verschwinden, stattdessen würden zwei regional getrennte 1. Klassen entstehen. Dieser Schritt ist allerdings erst für die Saison 2027/28 vorgesehen.

Bei einem Medientermin erklärte der BFV rund um Präsident Wutzlhofer (3. v.l.) die neugeplante ...
Bei einem Medientermin erklärte der BFV rund um Präsident Wutzlhofer (3. v.l.) die neugeplante Ligareform und die Gründe dafür.(Bild: Steiger)

Der Hintergrund dieser Reform liegt für den BFV auf der Hand. Mehr Regionalität, weniger Auf- und Abstiegsdruck und zwangsläufig eine niedrigere Legionärsquote. Durch weniger sportlichen Existenzdruck erhofft man sich ein Umdenken bei den Klubs – weg vom kurzfristigen Erfolg. Anstatt Geld für teure Legionäre auszugeben, die Kohle nachhaltig in den Nachwuchs stecken. Denn der Dorn im Auge des heutigen Amateurbereichs ist klar: Alles dreht sich nur noch um die Marie! „Im Unterhaus ist viel zu viel Geld im Spiel. Der finanzielle Aspekt darf nicht der entscheidende Faktor sein“, weiß der BFV-Boss. „Wir haben junge Menschen im Land die mit Herz kicken, aber aufhören, weil sie in der eigenen Ortschaft nicht weiterkommen. Da lieber auf teure Legionäre gesetzt wird. Das kann nicht der richtige Weg sein.“

So soll in kleinen Schritten eine große Reform wachsen – mit dem Ziel, das Unterhaus für die Vereine wieder attraktiver zu machen. Gesund und vor allem zukunftsorientiert...

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