Vor Start in Linz

Neo-Österreicherin Potapova „aufgeregt und stolz“

Tennis
08.04.2026 10:36
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Die Meldung im Dezember des Vorjahres hatte auch Tennis-Insider in Österreich überrascht: Ab 2026 würde die gebürtige Russin Anastasia Potapova für Rot-Weiß-Rot spielen! Die dreifache Turniersiegerin, die vor drei Jahren in Linz triumphierte, tritt beim Upper Austria Ladies in Linz erstmals in ihrem neuen Heimatland an. Am Mittwoch (nicht vor 16 Uhr) ist sie nach dem Doppelauftritt mit Lilli Tagger gegen Zhang Shuai aus China im Einzel vor heimischen Fans im Einsatz.

„Es fühlt sich komisch an. Ich bin sehr aufgeregt, hier zu sein und stolz“, sagte Potapova. Die seit 30. März 25-Jährige begründete nochmals genauer, warum sie diesen Schritt gesetzt hatte. „Der Grund Nummer 1 ist: Als Tennis-Spielerin will ich mich verbessern, und ich finde, in diesem Land ist es der bessere Platz, es zu tun. Es war ein notwendiger Schritt, auch was das Reisen und die Logistik betrifft. Wir haben in Wien einen sehr guten Flughafen, ich kann immer zurückkommen. Das macht es leicht, mich als Athlet zu entwickeln“, erklärte die in Saratow geborene Potapova.

„Es ist nicht aus dem Nichts gekommen!“
Der Wechsel hatte natürlich auch politische Gründe, auch wenn sie sich nicht wirklich gegen den Angriffskrieg ihres Geburtslandes gegen die Ukraine äußert. „Es ist auch ein Teil davon, es gibt ja auch Restriktionen, und es ist nicht aus dem Nichts gekommen.“ Seit ihrem ersten Auftritt spielt sie buchstäblich auch wieder unter einer Flagge, schließlich werden Spielerinnen und Spieler aus Russland und Belarus seit Jahren bei WTA und ATP ohne Fahne in den Auslosungen etc. geführt. Als sie in Brisbane erstmals als Österreicherin aufgerufen wurde, habe sie sich komisch und zur gleichen Zeit auch gut gefühlt, erzählte sie.

Potapova gab zu Protokoll, dass sie bereits „seit einigen Jahren in Wien“ lebe. „Aber es ist hart zu sagen, wo man lebt, weil wir immer wieder woanders sind“, spricht sie die enorme Reisetätigkeit im Welt-Tennis an.

Erste Deutsch-Stunden absolviert
Noch kann sich Potapova nicht auf Deutsch unterhalten. „Ich habe einige Stunden hinter mir. Ich hoffe, wenn ich nächstes Jahr wieder herkomme, werde ich sprechen können.“ Ihre Eltern leben schon seit über fünf Jahren in der Türkei, nur ihre Großeltern, die ihre Heimat nicht mehr verlassen wollen, sind noch in Russland. Darum habe sie auch den russischen Pass behalten wollen.

Kontakt hatte sie auch einige Male mit Österreichs Vorzeigetrainer Günter Bresnik. Der Niederösterreicher hatte Alexander Schewtschenko trainiert, der wiederum einige Zeit mit Potapova liiert war. „Ich kenne ihn sehr gut und war mit ihm auch schon auf dem Court. Er hat mir einige Male geholfen und war auch involviert, damit ich die Nationalität wechseln kann. Er hat mir so viel geholfen“, erzählte Potapova in Linz.

Bald im Billie Jean King Cup für Österreich?
Fix eingeplant hat Potapova, für den ÖTV auch im Billie Jean King Cup anzutreten. Ein kleiner Hinweis darauf war das Doppel an der Seite von Jungstar Lilli Tagger in Linz. „Das war für das erste Mal nicht so schlecht, da gibt es Potenzial, mit ihr in Zukunft Doppel zu spielen“, sagte Potapova. Aktuell würden alle Dokumente für den Internationalen Tennis-Verband (ITF) für die nötige Erlaubnis vorbereitet. „Es sieht im Moment gut aus, wir warten auf die Entscheidung.“

Rein sportlich hatte Potapova schon bessere Zeiten. Die ehemalige Nummer 21 im WTA-Ranking ist aktuell knapp um Platz 100 zurückgefallen, nicht zuletzt auch wegen eines Anfang des Jahres erlittenen Fingerbruchs. Was in ihr steckt, hatte sie aber dieses Jahr in der dritten Australian-Open-Runde gegen die Weltranglisten-Erste Aryna Sabalenka gezeigt. Trotz gebrochenen Fingers verlor sie knapp 6:7, 6:7.

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