50.000 Euro abgeknöpft

Pflegebedürftiger von Bande schamlos ausgebeutet

Burgenland
23.03.2026 18:15

Fiese Bande, miese Tricks: Ein gutgläubiger Pensionist (72) aus dem Burgenland nahm offenbar ohne sein Wissen Kredite auf und verlor seine gesamten Ersparnisse. Auch ein zweiter Mann fiel auf die Hinterlist der Betrüger hinein. 

Protagonistin in diesem kriminellen Schmierentheater ist eine verwitwete Bosnierin (53), die einem pensionierten Nordburgenländer (72) im Haushalt unter die Arme griff. Der Mann hatte einen Schlaganfall gerade noch überlebt.

Wann immer sich die zweifach einschlägig Vorbestrafte in finanzieller Notlage befand, also bei jedem Besuch, steckte ihr der Mann ein paar Geldscheine mehr zu. Das kann es doch nicht gewesen sein, oder?

Rollenspiele im Wohnzimmer
Eines Tages, im Sommer 2022, stand ein Kreditvermittler im Wohnzimmer, der in die Rolle des Sympathieträgers schlüpfte. Dass der Serbe (50) mit der Frau gut bekannt ist, mag Zufall sein. Man freundete sich an, plauderte zwanglos über Geld. Kurz darauf, beim nächsten unangekündigten Besuch, schlüpfte dieser Kerl in die Rolle des Gerichtsvollziehers.

Unklar bleibt, ob ihn der Pensionist wiedererkannt hat. Nur wenn er der Haushälterin Geld borge, würde diese einer Exekution entgehen, hieß es.

Das Quartett musste sich am Landesgericht Eisenstadt verantworten.
Das Quartett musste sich am Landesgericht Eisenstadt verantworten.(Bild: Harald Schume)

Und bitte noch ein Auto für den Buben
Mithilfe eines „Chauffeurs“, der sich ebenfalls vor Gericht verantworten muss, karrte man den Pensionisten zu Bankinstituten nach Wien und Salzburg. Dort unterzeichnete er, ohne es zu wissen, wie er bei der Polizei aussagte, Kreditverträge. In Summe wechselten mindestens 50.000 Euro die Besitzer. Zudem soll er dazu genötigt worden sein, dem Sohn der 53-Jährigen ein Auto im Wert von 17.500 Euro zu finanzieren.

Die, laut Zeugen, teils widersprüchlichen Aussagen des Opfers können nicht verifiziert werden. Der Pensionist ist im Februar 2023 verstorben. „Er hat alles freiwillig gemacht. Für sich. Wofür er das Geld verwendet hat, wissen wir nicht“, heißt es.

Ein zweites willfähriges Opfer
Wie ausgefuchst diese Truppe ans Werk ging, verdeutlichte sich am Montag am Landesgericht. Dort saß der Nachbar der Bosnierin, der in sie verliebt gewesen sein soll. Sie hatte ihm ein angebliches Anwaltsschreiben vorgelegt: Sollte die Frau binnen zwei Monaten 25.000 Euro überweisen, stünde der Auszahlung von 60.000 nichts im Weg. Der Liebestrunkene willigte ein, den Betrag vorzustrecken. Via „Gerichtsvollzieher“ wurde bei der Bank ein super Deal ausgehandelt: 25.000 Euro Kredit bar auf die Hand, vereinbarte Rückzahlungssumme: 39.800 Euro.

Dem arbeitslosen Burgenländer wurden von Jänner 2023 bis März 2026 in Summe 39 Monatsraten à 420 Euro abgebucht. Sind also noch schlanke 23.500 Euro offen. „Für nix“, wie der Mann sagt.

Zweieinhalb Jahre Haft
Der Schöffensenat brummt der Frau nicht zuletzt wegen ihrer Vorstrafen 30 Monate unbedingte Haft auf, der „Gerichtsvollzieher“ fasst 21 Monate aus, davon sieben unbedingt. Der „Chauffeur“ und der Sohn werden freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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