Mitarbeiter des Anton Proksch Instituts schlagen Alarm: Ein massiver Stellenabbau und Kürzungen bedrohen Wiens wichtigste Suchteinrichtung. In einem offenen Brief warnen sie vor zahlreichen negativen Auswirkungen.
Ein Hilferuf aus Wiens ältester und renommiertester Suchtklinik erschüttert die Gesundheitspolitik. Die Mitarbeiter des Anton Proksch Instituts haben einen eindringlichen offenen Brief verfasst. Die Botschaft ist unmissverständlich: Massiver Stellenabbau und drastische Budgetkürzungen gefährden nicht nur einzelne Arbeitsplätze, sondern die Existenz einer Institution, die für Tausende Suchtkranke die letzte Anlaufstelle darstellt.
Viele verlassen die Einrichtung
„Zahlreiche Mitarbeiter haben bereits ihren Arbeitsplatz verloren“, heißt es in dem Schreiben, das von der Mehrheit der Belegschaft unterzeichnet wurde. Der Betriebsrat fungiert als offizieller Übermittler, um Einzelne vor beruflichen Nachteilen zu schützen.
Offener Brief an die Politik
In ihrem Brief rechnen die Mitarbeiter schonungslos vor, was unbehandelte Suchterkrankungen die Gesellschaft kosten: mehr Krankenstände, höhere Akutspitalskosten, psychiatrische Folgeerkrankungen, belastete Familien, gefährdetes Kindswohl, wachsende Sozialhilfeausgaben und letztlich enorme volkswirtschaftliche Schäden.
„Jeder Euro, der in qualitätsvolle Suchtbehandlung investiert wird, spart an anderer Stelle ein Vielfaches“, heißt es im Schreiben. Oder drastisch formuliert: „Wer heute bei der Behandlung spart, zahlt morgen mit Zinsen.“
Appell der Mitarbeiter
Die Mitarbeiter fordern ein klares politisches Bekenntnis zur Suchtbehandlung, nachhaltige Finanzierung und Entscheidungen, die langfristige gesellschaftliche Folgen berücksichtigen — statt kurzfristiger Budgetentlastung.
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