Die Hietzinger haben jahrelang auf Anrainerparkplätze gewartet. Eben erst eingeführt, sind sie schon wieder weg. Und der Parkplatz-Super-GAU für das Wiener Grätzl kommt erst noch.
Das Parkpickerl und Hietzing haben eine ambivalente Geschichte. Als es dann kam, wurde der Ruf nach Anrainerparken rasch lauter. Lange schienen die Mühen vergeblich – doch seit Dezember existiert sie endlich: eine Anwohnerparkzone mit rund 90 Stellplätzen in den drei Straßenzügen Trauttmansdorffgasse, Wattmanngasse und Gloriettegasse, unmittelbar an Schönbrunn grenzend.
Der Grund für den langen Kampf liegt auf der Hand: Ab Freitagnachmittag verwandelt sich das Grätzel in ein Parkplatz-Chaos. Schönbrunn-Besucher fluten die engen Straßen, dazu kommen Pendler, die ihr Auto nahe der U4-Station abstellen und öffentlich weiterfahren. „Wir gehen im Durchzugs- und Suchverkehr unter“, so Alexandra Steiner, Klubobfrau der Grünen Hietzing, die jahrelang für die Parkzone gestritten hat.
Nur 20 von möglichen 30 Prozent ausgeschöpft
Der hart erkämpfte Erfolg hat freilich einen Haken – gleich mehrere sogar. Von den maximal möglichen 30 Prozent Anrainerparkplätzen im Grätzel wurden bisher lediglich 20 Prozent umgesetzt. Und auch die stehen den Bewohnern aktuell nicht zur Verfügung. Denn wie gewonnen, so zerronnen. Zwei Baustellen, eine in der Trauttmansdorffgasse und eine weitere in der Wattmanngasse, belegen empfindlich viele Anrainerparkplätze.
In manchen Bereichen steht bereits Baustellenmaterial, in der Trautmannsdorffgasse können sich Anrainer ihre verwaisten Parkplätze nur ansehen – sie liegen brach. Vereinbart sei, dass in solchen Fällen Ersatzstellplätze unbürokratisch in unmittelbarer Nähe geschaffen werden. „Doch passiert ist nichts“, stellt Steiner nüchtern fest.
Es war ausgemacht, dass Baustellen in der Anrainerzone unbürokratisch verlegt werden – und genau das passiert jetzt einfach nicht.

Alexandra Steiner, Klubobfrau Grüne Hietzing
Bild: Alexandra Steiner
Noch keine Erfahrung im Umgang mit Anrainerparkplätzen
Im Bezirk spricht man von Anlaufschwierigkeiten. Die Bewilligung der Baustellen ist vor der Einführung des Anrainerparkens erfolgt. Da waren Ersatzstellflächen einfach noch kein Thema. Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl (ÖVP) auf Nachfrage zur „Krone“: „Ich habe die zuständige MA46 darauf hingewiesen, um rasch nachbessern zu lassen.“
Nächste Hiobsbotschaft: Maxingstraße wird gesperrt
Doch der Super-GAU könnte noch bevorstehen. Im kommenden Monat wird die Maxingstraße gesperrt – der Verkehr durch die Trauttmansdorffgasse umgeleitet. Damit die Busse durch die engen Kurven kommen, müssen weitere Parkplätze wegfallen. Steiner schätzt den Verlust auf weitere 30 bis 40 Stellplätze. „Das wird noch einmal eine Stufe höher gezündet“, sagt sie.
Die Sperrung ist bis Ende 2026 geplant. Wie lange die beiden bestehenden Baustellen noch andauern, ist unklar – die Magistrate, so Steiner, seien „sehr sparsam mit ihren Informationen“. Für Anrainer, die jahrelang für jeden einzelnen Parkplatz gekämpft haben, ist das eine bittere Pointe.
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