Boykott wegen Trainer

„Schutz der Kinder wichtiger als das Sportliche“

Salzburg
10.03.2026 16:21

Die Causa um jenen Trainer, der mehrere Kinder sexuell belästigt haben soll, zieht weite Kreise, die über die Tischtennis-Szene hinaus gehen. Der Coach wurde am Dienstag freigestellt. Bundesligist Salzburg möchte aber nicht tatenlos zusehen und plant einen Boykott.  

Mit dem Entzug der Förderungen für den heimischen Tischtennisverband (ÖTTV) durch das Sportministerium erreichte die aktuelle Causa um einen Trainer eine politische Ebene. Staatssekretärin Michaela Schmidt erklärte: „Unter den derzeitigen Voraussetzungen kann ich es nicht verantworten, derartige Zustände mit Steuergeld zu unterstützen.“ Zur Erinnerung: Der Mann soll mehrere minderjährige Spielerinnen etwa mit verstörenden Textnachrichten belästigt haben. Einige Mädchen sprachen auch davon, dass er sich mit ihnen die Website eines Sexshops angesehen und sich bei Jugendturnieren sogar mit ihnen ins Bett gelegt hätte.

Das Sportministerium verhängte einen Förderstopp über den österreichischen Tischtennisverband.
Das Sportministerium verhängte einen Förderstopp über den österreichischen Tischtennisverband.(Bild: GEPA)

Untersuchung läuft
Die Liquidität des ÖTTV ist durch den Schritt des Ministeriums zwar nicht gefährdet. Der Druck, eine Lösung zu finden, wuchs jedoch. Vor allem ging es um das Wohl der Mädchen. Und diese litten weiter. Der Vater einer Betroffenen erzählt: „Sie haben sich überwunden, mehrfach ausgesagt, aber der Trainer blieb im Amt.“ Bis am Dienstagnachmittag! Da stellte der Klub die Zusammenarbeit mit dem belasteten Coach, für den die Unschuldsvermutung gilt, ruhend. Damit folgte man auch mit einiger Verspätung der Empfehlung des ÖTTV-Vorstandes. Man wartet nun vor allem darauf, was die Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft bringt.

Angekündigter Verband findet Unterstützung
Freilich geht es nicht nur um juristische Schuld, sondern vor allem darum, junge Spieler und Spielerinnen zu schützen. So sieht es auch der Salzburger Walter Windischbauer. „Es muss Grenzen geben, die sicherstellen, dass Kinder sicher ihrem Sport nachgehen können“, erklärt der Obmann von Bundesligist UTTC und Präsident des Landesverbands. „Ich werde meinem Vorstand einen Boykott der Spiele gegen den Verein für die kommende Saison vorschlagen, sollte der Beschuldigte wieder tätig sein“, sagt Windischbauer. Zwei weitere Bundesligisten würden sich dem Boykott auch anschließen, sagt er.

Windischbauer betont: „Auch wenn es ein Aderlass für uns wäre: Der Schutz der Kinder und Jugendlichen ist wichtiger als das Sportliche.“ ÖTTV-Präsident Wolfgang Gotschke will künftig einen Care- and Compliance-Ausschuss installieren, diesen schon diese Woche bei der Vorstandssitzung beschließen. „Wir arbeiten auch daran, künftig Durchgriffsrecht bis in die Vereine zu haben.“

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