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Neue Chefin für Hofreitschule: „Wir sind gespannt“

Wirtschaft
10.03.2026 14:07

Führungswechsel in einer von Österreichs wohl bekanntesten Kulturinstitutionen: In der Spanischen Hofreitschule hat künftig Alexandra Kaszay die Zügel in der Hand. Von der Reitkunst hat die neue Geschäftsführerin allerdings, wie sie selbst zugibt, keine Ahnung. In der Reitbahn zeigt man sich daher abwartend.

„Unser Ziel ist klar: Die Spanische Hofreitschule soll sich wieder voll auf das konzentrieren können, wofür sie international geschätzt wird – die Zucht der Lipizzaner, den Erhalt der klassischen Reitkunst und die Bewahrung des einzigartigen UNESCO-Weltkulturerbes“, hatte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig am Dienstagvormittag betont. Doch kann das mit der neuen Führung gelingen?

Kaszay verfügt jedenfalls über viel Managementerfahrung, zehn Jahre lang führte sie die Geschäfte der HOFBURG Vienna GmbH. Sie will vor allem „die Basis dafür schaffen, dass die Hofreitschule ihren Auftrag erfüllen könne“, sagte sie bei ihrer Vorstellung.

Alexandra Kaszay wird künftig die Geschicke der Spanischen Hofreitschule lenken.
Alexandra Kaszay wird künftig die Geschicke der Spanischen Hofreitschule lenken.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

„Leiter der Reitbahn“ für Pferdeangelegenheiten
Zudem kündigte Totschnig an, dass es künftig wieder einen „Leiter der Reitbahn“ geben soll, der sich um jene Agenden, welche Pferde und Bereiter betreffen, kümmert. Oder auch eine Leiterin, denn seit 2008 sitzen auch Frauen im Sattel der edlen Lipizzanerhengste. 

In der Reitbahn selbst zeigt man sich abwartend, wie die „Krone“ am Dienstag erfuhr: „Wir sind gespannt und hoffen, dass es gut läuft.“ Eine gewisse Skepsis schwingt dennoch angesichts der letzten Erfahrungen mit, denn auch der vorherige Geschäftsführer habe bekanntermaßen „mit Pferden nix am Hut“ gehabt. Lobende Worte gab es für die interimistische Geschäftsführerin Maria Patek, hier habe es eine gute Zusammenarbeit gegeben.

Der Erhalt und die Pflege der klassischen Reitkunst sind Hauptaufgabe der Spanischen ...
Der Erhalt und die Pflege der klassischen Reitkunst sind Hauptaufgabe der Spanischen Hofreitschule.(Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER)

„Herz und Seele sind Pferde und Reiter“
Die Gesellschaft Freunde der Spanischen Hofreitschule begrüßt, dass es nach dem umfangreichen Auswahlverfahren nun zu einer Entscheidung gekommen ist: „Unsere Aufgabe ist es, die Hofreitschule zu stärken. Die Pflege der klassischen Reitkunst ist unser wichtigstes Anliegen. Dabei werden wir auch die neue Geschäftsführung unterstützen“, begrüßt die geschäftsführende Vizepräsidentin Vera Schmitz die Entscheidung gegenüber der „Krone“: „Maria Patek hat in den letzten Monaten großartige Arbeit geleistet und die richtigen Prioritäten gesetzt. Herz und Seele der Spanischen Hofreitschule sind die Pferde und die Reiter. Wir wünschen der neuen Geschäftsführerin Alexandra Kaszay viel Erfolg.“

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„Herz und Seele der Spanischen Hofreitschule sind die Pferde und die Reiter. Wir wünschen der neuen Geschäftsführerin Alexandra Kaszay viel Erfolg.“

Vera Schmitz, Vizepräsidentin der Gesellschaft Freunde der Spanischen Hofreitschule

Kritik von früherem Oberbereiter
Nicht ganz so positiv sieht die Besetzung der ehemalige Oberbreiter Klaus Krzisch. Seiner Meinung nach sei die Geschäftsführung der Spanischen Hofreitschule zu einem „Versorgungsposten“ verkommen: „Seit 20 Jahren folgt hier eine Fehlbesetzung der nächsten.“ Dementsprechend sei auch der Zustand der Schule: „Früher hat die Hofreitschule Leute angezogen, wegen des Reitens. Internationale Dressureiter haben sich von uns Tipps geholt – und umgekehrt.“ Heute gehe es nur noch ums Geschäft. Dass man wieder jemanden geholt habe, der „keine Ahnung von Pferden hat“, sei bezeichnend dafür. 

Der ehemalige Oberbereiter Klaus Krzisch wurde 2009 dienstfrei gestellt, wogegen er rechtlich ...
Der ehemalige Oberbereiter Klaus Krzisch wurde 2009 dienstfrei gestellt, wogegen er rechtlich vorging und gewann. Er kritisiert seit Jahren den Fokus auf wirtschaftliche Interessen.(Bild: Herwig Prammer / REUTERS / picturedesk.com)

Der frühere Geschäftsführer Alfred Hudler war seit Dezember 2022 im Amt gewesen. Er wurde wegen „gravierender Verfehlungen“ abgesetzt, teilte der Aufsichtsrat im September des Vorjahres mit. Verbreitet wurden unter anderem Vorwürfe betreffend Spesen- und Dienstreiseabrechnungen. Hudler hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Auch die Staatsanwaltschaft hat zuletzt Ermittlungen dazu zumindest teilweise eingestellt.

Nach der Absetzung Hudlers wurde Maria Patek, Ex-Sektionsleiterin im Landwirtschaftsressort, zur interimistischen Geschäftsführerin bestellt. Der Chefposten wurde neu ausgeschrieben. Insgesamt haben sich laut Aufsichtsrat 58 Personen für diesen beworben.

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