„Habsburgs Meisterwerke“: Mit einem prächtigen Best-of begeistert das Kunsthistorische Museum mit einer umfassenden Schau bis zum 5. Juli in der italienischen Hauptstadt.
Im Stadtbild entkommt man ihr gar nicht, der Infantin Margarita Teresa, von Diego Velázquez gemalt. Überall in Rom lockt sie auf Plakaten zu den Meisterwerken der Habsburger aus dem Wiener Kunsthistorischen Museum. Sogar Präsident Alexander Van der Bellen stattete der kleinen Habsburgerin und anderen Spitzen-Gemälden mit seinem italienischen Amtskollegen Sergio Mattarella zwischen Arbeitsgesprächen und Papstaudienz einen Eröffnungsbesuch ab.
Es passiert aber auch nicht alle Tage, dass das Museum so viele, rund fünfzig seiner Schätze gesammelt auf Reisen schickt. Man tut es freilich nicht umsonst. Das römische Museo del Corso – Polo museale lässt sich die Wiener Parade etwas kosten. Wie viel insgesamt, ist laut KHM schwierig zu beziffern, denn die Römer haben etwa auch Restaurierungen übernommen.
In jedem Fall profitieren beide Seiten. Für KHM-Direktor Jonathan Fine erfüllt sich hier der Wunsch, sein Museum ins internationale Bewusstsein zu rücken: Denn „alle kennen die Bruegels, die Rubens-Bilder, die Saliera, die vielen Italiener, aber die wenigsten wissen, dass sie sich in Wien befinden. Meine Vermutung ist, dass wir ein bisschen als Institution in Vergessenheit geraten sind.“
Von Adam und Eva bis Franz Joseph und Sisi
Daher werden die Römer auch vom KHM-Erbauer, Kaiser Franz Joseph I. samt seiner Sisi auf Gemälden begrüßt. Mit einer Video-Animation und Klimt-Entwürfen zu den Zwickel-Bildern wird zunächst die gebaute Hülle vorgestellt. Danach eröffnet sich eine prachtvolle Parade durch die darin verwahrte Sammlung.
Kuratorin Cäcilia Bischoff hat das wunderbar bezugreich zusammengestellt. Den großen Flamen Rubens, Van Dyck oder Jan Brueghel d. Ä. gehört der Auftakt. Danach glänzen ausgewählte Kunstkammerstücke, weist etwa eine niederländische Marmor-Miniatur des römischen Herkules Farnese auf die Wechselwirkungen zwischen Süden und Norden hin.
Mutige Wandfarben und Dramatik
Auch für Wiener Augen ist es ein Genuss, all die bekannten Bilder in Rom weit näher als im Wiener Haus, und dazu noch geschickt beleuchtet zu erleben. Dazu setzen mutige Wandfarben etwa hinter Cranachs Adam und Eva, Arcimboldos „Winter“, Veroneses „Judith“ oder Orazio Gentileschis „Flucht nach Ägypten“ spannende Akzente. Den Italienern aus Wien gehört das Finale, in dem der Römer Caravaggio mit seiner „Dornenkrönung“ perfekt den dramatischen Schlusspunkt setzt.
Info unter: museodelcorso.com – bis 5. Juli 2026
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