Iran-Krieg

Destabilisierung des Mittelmeerraumes befürchtet

Außenpolitik
04.03.2026 17:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wegen der Drohnenangriffe auf eine britische Basis in Zypern und der israelischen Offensive im Libanon warnt die griechische Regierung vor einer Destabilisierung des östlichen Mittelmeerraumes. Premier Kyriakos Mitsotakis führte laut Medienberichten vom Mittwoch Krisentelefonate mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun sowie Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu.

Mitsotakis erkannte demnach das Recht Israels auf Selbstverteidigung an, betonte jedoch zugleich die Notwendigkeit, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Insbesondere sprach er sich gegen eine Ausweitung der Kampfhandlungen durch großangelegte Bodenoperationen im Südlibanon aus. Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz angekündigt, die israelischen Streitkräfte würden „strategische Gebiete im Libanon“ einnehmen, um Angriffe auf israelische Bürger entlang der nördlichen Grenze zu unterbinden. Diesen Schritt bezeichnete Athen als Eingriff in die Souveränität des Libanon und als Belastung für die Waffenruhevereinbarung von 2024.

Ein Apache-Hubschrauber der israelischen Luftwaffe im Kampfeinsatz über der ...
Ein Apache-Hubschrauber der israelischen Luftwaffe im Kampfeinsatz über der israelisch-libanesischen Grenze(Bild: EPA/ATEF SAFADI)

In dem Gespräch mit Netanyahu wurden zudem die in den vergangenen Tagen erfolgten Attacken gegen die Republik Zypern thematisiert. Mitsotakis unterstrich die Verteidigungsunterstützung, die Griechenland Nikosia gewährt. Im Parlament erklärte Mitsotakis am Mittwoch, Athen setze auf Deeskalation, Diplomatie und gleichzeitig im Zusammenhang mit Zypern auf „Unterstützung für einen verbündeten Staat“. Die Mission Griechenlands in Zypern sei „defensiv und friedlich“.

Die Mission Griechenlands in Zypern ist laut Premier Kyriakos Mitsotakis „defensiv und ...
Die Mission Griechenlands in Zypern ist laut Premier Kyriakos Mitsotakis „defensiv und friedlich“.(Bild: Dakota B. Oldeman - stock.adobe.com)

Nach der Sichtung eines verdächtigen Flugobjekts aus dem Libanon hatte Zypern am Mittwoch seinen Luftraum vorübergehend geschlossen. Die Regierung gab kurz darauf Entwarnung. Hintergrund der erhöhten Alarmbereitschaft ist ein Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt Akrotiri nahe Limassol in der Nacht auf Montag. Zwei weitere Drohnen wurden abgefangen. Die Drohnen kamen vermutlich aus dem rund 200 Kilometer entfernten Libanon.

Hubschrauber, Jets, Kriegsschiffe und Anti-Drohnen-Systeme
Mehrere NATO- und EU-Staaten verstärken nun ihre militärische Präsenz in der Region. Großbritannien kündigte den Einsatz von Hubschraubern zur Drohnenabwehr sowie die Entsendung eines Kriegsschiffs an. Frankreich plant laut der staatlichen Nachrichtenagentur Cyprus News Agency (KYPE/CNA) die Verlegung von Luftabwehr- und Anti-Drohnen-Systemen sowie einer Fregatte ins östliche Mittelmeer. Griechenland hat bereits vier F-16 nach Zypern entsandt; zwei griechische Fregatten trafen am Mittwoch vor Zypern ein.

Die Entwicklungen haben auch eine europäische Dimension. Zypern ist Mitglied der Europäischen Union und liegt an deren südöstlicher Außengrenze. Eine Stabilisierung der Sicherheitslage im östlichen Mittelmeer liegt daher im strategischen Interesse der EU. Außerdem liegt die Insel an wichtigen See- und Handelsrouten und verfügt über eine bedeutende ausschließliche Wirtschaftszone mit Energieinteressen.

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