Krieg treibt Preise

Strom und Gas: Experten raten zu Tarifwechsel

Wirtschaft
03.03.2026 11:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Krieg im Nahen Osten lässt die Energiepreise weltweit nach oben schnellen – und auch in Österreich wächst die Nervosität. Ein heimisches Vergleichsportal empfiehlt daher, nun rasch einen Tarifwechsel von Strom und Gas.

Während der Gaspreis zuletzt auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren geklettert ist, sind die günstigsten Strom- und Gasangebote für Haushalte hierzulande laut dem Vergleichsportal tarife.at noch unverändert verfügbar. Doch das könnte sich ändern.

Erfahrungswerte zeigen: Eher schnell als zu langsam handeln
„Die günstigsten Strom- und Gasangebote sind weiterhin unverändert verfügbar“, erklärte der Geschäftsführer des Portals, Michael Kreil, am Dienstag in einer Aussendung. Für Privathaushalte gebe es aktuell noch keine deutlich negative Veränderung.

Allerdings verweist Kreil auf Erfahrungswerte aus früheren Krisen: „Erfahrungsgemäß reagieren Energieversorger bei starken Marktbewegungen erst mit etwas Zeitverzögerung.“ Mit anderen Worten: Steigende Großhandelspreise kommen oft erst später bei den Konsumenten an.

Mit Fixpreis die Preiskapriolen durchtauchen
Haushalten, die derzeit nicht vertraglich gebunden sind, empfiehlt das Portal daher, aktuelle Angebote zu vergleichen und gegebenenfalls in einen Fixpreistarif mit zumindest zwölf Monaten Preisgarantie zu wechseln. Bei solchen Verträgen bleibt der Preis über den vereinbarten Zeitraum stabil – auch wenn sich die Marktlage weiter verschärft.

Die Empfehlung kommt vor dem Hintergrund massiver Turbulenzen auf den Energiemärkten. Nachdem die USA und Israel den Iran angegriffen hatten, drohte Teheran damit, auf jedes Schiff zu feuern, das versucht, die Straße von Hormuz zu durchfahren. Diese Meerenge zwischen Iran und Oman gilt als eines der wichtigsten Nadelöhre des globalen Energiehandels. Rund 17 Millionen Barrel Öl – etwa 20 Prozent der weltweiten Produktion – werden täglich durch diese Passage transportiert.

Lage nicht vorhersehbar, Dauer des Konflikts entscheidend
Zudem kam es zu einem Lieferstopp von Flüssiggas (LNG) aus Katar. LNG ist verflüssigtes Erdgas, das per Schiff transportiert wird. Eine bedeutende Exportanlage wurde nach einem iranischen Drohnenangriff stillgelegt. In der Folge stieg der europäische Gaspreis an der Börse in Amsterdam stark an. Der maßgebliche Terminkontrakt TTF für Gaslieferungen in einem Monat verteuerte sich zuletzt auf 59,44 Euro je Megawattstunde – ein Plus von rund 30 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Wochenbeginn ergibt sich ein Anstieg von mehr als 80 Prozent.

Wie stark und wie schnell diese Entwicklungen auf die Endkundenpreise in Österreich durchschlagen, hängt laut Experten vor allem von der Dauer und Ausweitung des Konflikts ab. Noch sind günstige Tarife erhältlich – doch ob das so bleibt, ist angesichts der angespannten Lage offen.

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