„Müssen stark sein“

Frankreich erhöht die Zahl seiner Atomsprengköpfe

Außenpolitik
02.03.2026 16:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Frankreich hat angekündigt, die Zahl seiner Atomsprengköpfe zu erhöhen. Als Grund wurden wachsende globale Bedrohungen angegeben. Präsident Emmanuel Macron kündigte im Zuge der neuen Nuklear-Strategie noch eine weitere Neuerung an. 

Anders als bisher werde Frankreich nicht mehr über die Zahl seiner Atomwaffen informieren. „Wer frei sein will, muss gefürchtet sein. Wer gefürchtet sein will, muss stark sein.“

Frankreich ist die einzige Atommacht in der EU
In der EU ist Frankreich seit dem Austritt Großbritanniens 2020 die einzig verbliebene Atommacht. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12.200 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrößte Atommacht.

Das Land verfügt über vier Atom-U-Boote, von denen Raketen mit Atomsprengköpfen mit einer Reichweite von etwa 10.000 Kilometern abgefeuert werden können. Auch aus der Luft kann Frankreich Atomwaffen einsetzen. Seine Rafale-Kampfjets können die gut 50 Marschflugkörper des Landes mit Nuklearsprengköpfen abschießen. Diese haben offiziell eine Reichweite von etwa 500 Kilometern.

Macron betonte, er schulde es Frankreich, sicherzustellen, dass die Abschreckung glaubhaft bleibe. Ein größeres Atomarsenal sei unabdingbar. Allerdings solle dies kein Einstieg in einen atomaren Rüstungswettlauf werden.

Frankreich will ein neues U-Boot bauen
Der Staatschef verwies zur Begründung auf wachsende nukleare Bedrohungen weltweit. Die Bedrohung vermische sich und die Verteidigung möglicher Gegner werde stärker. Konkret nannte Macron eine wachsende atomare Rüstung Chinas, die explosive Lage im Nahen Osten sowie die Bedrohung durch Russland.

Die Infografik zeigt die Anzahl einsatzfähiger Atomsprengköpfe weltweit im Jahr 2025. Russland und die USA besitzen mit jeweils tausenden Sprengköpfen die größten Arsenale. China folgt mit 600, Frankreich mit 290 und Großbritannien mit 225 Sprengköpfen. Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea haben deutlich weniger. Insgesamt gibt es weltweit 9.614 einsatzfähige Atomsprengköpfe. Quelle: SIPRI.

Zum Ausbau von Frankreichs nuklearem Waffenarsenal sagte Macron, bis 2036 werde ein neues Atom-U-Boot gebaut.

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