15 Tote nur in Tirol

„Weißer Tod“ heuer gnadenlos: Rekord bei Opfern

Tirol
02.03.2026 16:00

Nach dem Lawinendrama in Tux (Zillertal) vom Wochenende mit zwei Toten steht fest: Die Zahl der Lawinentoten in Tirol steuert in diesem Winter auf einen neuen Rekord zu. 15 Tote allein bis Ende Februar sind mehr als doppelt so viele wie im langjährigen Durchschnitt in diesem Zeitraum.

Wieder wurden am Samstag Wintersportler Opfer der schwachen Altschneeschicht, vor der die Experten seit Wochen permanent warnen – dieses Mal auf der Tamlspitze. Das einheimische Duo löste unterhalb des Gipfels ein großes Schneebrett aus und starb unter den Schneemassen. Das Unglück blieb unbemerkt, die Opfer wurden erst am Sonntag gefunden.

Todeslawine brach im Altschnee
„Es handelte sich um eine große Lawine, die im Altschnee im rund 45 Grad steilen Gelände über den Opfern gebrochen ist“, schildert Matthias Walcher vom Tiroler Lawinenwarndienst nach einer Unfallerhebung am Montag gegenüber der „Krone“. Bis zur Verschüttungsstelle war sie 150 Meter lang.

Im Bereich des roten Kreises wurden die Leichen entdeckt.
Im Bereich des roten Kreises wurden die Leichen entdeckt.(Bild: Privat, Krone KREATIV)

Neuer Negativrekord
Die brutale Statistik sagt: Es handelte sich um die Lawinentoten Nr. 14 und 15 in diesem Winter in Tirol. Zum Vergleich: Der 20-Jahres-Durchschnitt (seit Beginn der digitalen Datenerfassung) weist laut Kuratorium für Alpine Sicherheit „nur“ sechs Tote im gleichen Zeitraum (Winterbeginn bis Ende Februar) aus. „Diese Zahl stellt einen neuen Rekord dar“, schildert Susanna Mitterer vom Kuratorium.

Mehr Tote als sonst in einem ganzen Winter
Doch damit nicht genug: Schon jetzt, rund zwei Monate vor Ende der Tourensaison, liegt die Zahl der Toten weit über dem Durchschnitt eines ganzen Winters, den die Statistik mit zehn Todesopfern ausweist.

In St. Anton starben am 20. Februar drei Freerider bei einer Variantenfahrt abseits der Piste.
In St. Anton starben am 20. Februar drei Freerider bei einer Variantenfahrt abseits der Piste.(Bild: ZOOM Tirol)

Die Statistik zeigt weiters, dass zwei Drittel der Sportler eine Variantenfahrt zum Verhängnis geworden war. „Nur“ fünf der Opfer waren Tourengeher bzw. Bergsteiger.

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Trotz des Hochdruckwetters in den kommenden Tagen bleibt das Altschneeproblem bestehen, es bessert sich nur sehr langsam, die Lage bleibt heimtückisch.

Matthias Walcher, Lawinenwarndienst Tirol

Gemeinsam eine Lösung finden
Bei den Freeridern kommen die zahllosen Warnungen auf allen Kanälen offenbar nur begrenzt an, Forderungen nach Verboten bzw. Verrechnung höherer Einsatzkosten wurden laut. „Bei den Variantenfahrern gilt es wohl den Hebel anzusetzen“, sagt Viktor Horvath, Chef der Tiroler Alpinpolizei. „Dies müssen alle im Kuratorium für Alpine Sicherheit vertretenen Organisationen besprechen, um die beste Lösung zu finden“, fordert er. Von Einzelvorstößen hält er nichts.

Die Lawinenlage bleibt unterdessen weiter heimtückisch, betonen die Experten. „Trotz des Hochdruckwetters in den kommenden Tagen bleibt das Altschneeproblem bestehen, es bessert sich nur sehr langsam“, schildert Lawinenwarner Matthias Walcher. Auch die Gefahr von Fernauslösungen sei weiterhin zu beachten.

Südhänge als Alternative
Er rät dazu, auf Südhänge auszuweichen und dort den Firn zu genießen. „Zeitig aufbrechen und früh abfahren“, hebt Alpinpolizist Viktor Horvath noch angesichts der frühlingshaften Witterung hervor.

Todeswinter 2008/2009
Sonst steuert Tirol noch auf einen Allzeitrekord bei den Lawinentoten in einer ganzen Saison hin. Der liegt bei 20 Toten im Winter 2008/2009.

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