„Haben keinen Nutzen“

Onkologen: „Krebsdiäten ungeeignet bis gefährlich“

Wissen
27.02.2026 13:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

In der Betreuung von Krebspatienten ist kein Platz für „Krebsdiäten“ oder gar Fastenprogramme. Sie können zu Problemen bis hin zum Tod führen und haben „keinen Nutzen“. 

Bei dem Dokument handelt es sich um eine sogenannte S3-Leitlinie (Onkologische Ernährungsmedizin), welche für solche Empfehlungen die höchste Qualitätsstufe gemäß der deutschen Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften darstellt.

Die wichtigste Aussage: „Studien zeigen keinen Nutzen, aber ein hohes Risiko für Mangelernährung – was bei Krebspatienten zum Tod führen kann“.

Krebspatienten bekommen von Laien viele Ratschläge zu ihrer Ernährung. Mit elf Empfehlungen ...
Krebspatienten bekommen von Laien viele Ratschläge zu ihrer Ernährung. Mit elf Empfehlungen ordnet die Leitlinie besondere Ernährungsformen wie vegane, ketogene Ernährung oder die sogenannte Krebsdiät nach Breuß jetzt kritisch ein.(Bild: nimito - stock.adobe.com)

Einfluss auf den Erkrankungsverlauf
Durch eine Krebserkrankung oder -therapie verlieren viele Menschen Gewicht. Dann sei es aber besonders wichtig, einer Mangelernährung vorzubeugen. Denn der Ernährungszustand hat einen Einfluss auf den Erkrankungsverlauf und auf die Therapie. „Wird nicht rechtzeitig gegengesteuert, drohen Komplikationen, Therapieversagen und im schlimmsten Fall der Tod durch Mangelernährung“, sagte Jutta Hübner von der Universitätsklinik in Jena (Integrative Onkologie).

Ernährung rund um chirurgische Eingriffe
Patienten, die voraussichtlich über mehrere Tage nach der Operation keine feste Nahrung zu sich nehmen können, sollten umgehend künstlich ernährt werden. Für die Phase vor dem Eingriff empfiehlt die Leitlinie unter anderem, dass Patienten mit hohem Risiko – etwa bei starkem Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit – zunächst eine Ernährungstherapie erhalten sollten, auch wenn sich dadurch der Operationstermin verschiebt.

„Für vegetarische oder vegane Ernährung fehlt noch die Evidenz, um eine Empfehlung dafür oder dagegen auszusprechen“, so Hübner. „Was sogenannte ‘Krebsdiäten‘ angeht: In der Leitlinie wird von strikten Diätvorschriften abgeraten. Sie schränken die Ernährung ein und bergen damit das Risiko von Mangelernährung und Gewichtsverlust. Dazu zählen Fasten, ketogene Diäten sowie die Diäten nach Budwig und Breuß.“

Bisher hätten Studien für diese Ernährungsformen keinen positiven Nutzen belegt. Viel eher entsteht das Risiko von Mangelernährung. Neu ist auch die Empfehlung, wiederholt zu prüfen, ob eine Ernährung via Sonde oder per Infusionen dem Therapieziel entspricht. Diese Entscheidung soll regelmäßig gemeinsam mit den Betroffenen und Betreuenden evaluiert und bei Bedarf neu getroffen werden.

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