Mit Domestizierung und künstlicher Selektion hat der Mensch das Hundehirn maßgeblich geprägt. Das zeigt eine Studie unter Federführung des Naturhistorischen Museums Bern, die erstmals die Neuroanatomie von Hunden und Wölfen vergleicht.
Die Frontallappen und Gehirnregionen, die mit sozialem Verhalten in Verbindung stehen, sind bei Hunden proportional größer als bei Wölfen, hieß es in einer Mitteilung am Freitag. Bei besonders „kooperativen“ Rassen seien diese Areale zudem stärker ausgeprägt als bei unabhängigen.
Daraus schließen die Forschenden, wie sehr die menschliche Selektion die Gehirnentwicklung und -zusammensetzung von Hunden beeinflusst habe. Aber auch genetische Faktoren könnten eine Rolle spielen: So würden „alte“ Rassen wie der Siberian Husky eine eher wolfsähnliche Neuroanatomie aufweisen als moderne Rassen wie der Deutsche Schäferhund.
Kleine Gehirne, große Anpassungsfähigkeit
Im Vergleich zu Wölfen haben Hunde laut der Mitteilung kleinere Gehirne, die aber mehr Formunterschiede aufweisen. Auch seien die Anteile sensorischer Regionen bei Hunden verändert. Das bestätige eine Hypothese zur Gehirnentwicklung von Säugetieren, wonach sich verschiedene Hirnregionen zeitlich unterschiedlich entwickeln können.
Jedoch widerspricht die Studie der lange vertretenen Annahme, wonach ein stark „integriertes“ Hirn auf eine langsame Evolutionsfähigkeit hinweist. Integriert bedeutet, dass die Unterregionen des Gehirns aufeinander abgestimmt sind. Bei Hunden ist dies laut der Studie deutlich stärker der Fall als bei Wölfen.
Die Forschenden deuten dieses Resultat viel mehr als außergewöhnlich rasche Anpassungsfähigkeit unter Einfluss des Menschen. Das internationale Team um das Naturhistorische Museum untersuchte insgesamt 243 Hunde und Wölfe unterschiedlicher Rassen, Populationen sowie Körperformen und -größen. Viele davon stammen aus der Sammlung des Museums.
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