Verblüffende Studie

In Hitze-Regionen kommen weniger Buben zur Welt

Wissen
27.02.2026 17:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

„Es wird ein ... !“ – Die Antwort auf diese Frage können viele werdende Eltern kaum erwarten. Weltweit lautet sie etwas öfter „Es wird ein Bub“, doch besonders hohe Temperaturen könnten das Verhältnis verschieben.

Mehr als fünf Millionen Geburten in Indien und Afrika südlich der Sahara haben Forschende unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist verblüffend: In Gegenden mit Temperaturen über 20 Grad kamen weniger Buben zur Welt. Das zeigt eine Studie, die in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht wurde.

Unterschiedliche Gründe
Die Gründe dafür waren allerdings unterschiedlich. In Subsahara-Afrika wurden weniger Buben geboren, wenn die Mütter während des ersten Schwangerschaftstrimesters hohen Temperaturen ausgesetzt waren. Womöglich reagieren männliche Embryonen empfindlicher auf Hitze, wird in der Forschung diskutiert.

In Indien hingegen war das zweite Schwangerschaftstrimester ausschlaggebend. Wenn es in diesem recht heiß war, wurden weniger Buben geboren. In dem Land kommen allerdings grundsätzlich mehr Buben als Mädchen zur Welt. Kulturell werden Buben bevorzugt, deshalb werden weibliche Embryos häufiger abgetrieben. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass bei Hitze weniger männliche Embryos abgetrieben werden – den Grund kennen die Wissenschaftler nicht. Doch vorübergehend könnte sich so das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern verringern.

Temperatur beeinflusst Überleben
„Wir zeigen, dass die Temperatur die menschliche Fortpflanzung grundlegend beeinflusst, indem sie bestimmt, wer geboren wird und wer nicht“, sagt Jasmin Abdel Ghany, Hauptautorin der Studie. Vor allem mit Blick auf den Klimawandel ist das relevant: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Temperatur messbare Auswirkungen auf das Überleben von Föten und das Familienplanungsverhalten hat“, erklärt Abdel Ghany. Allerdings heißt das nicht, dass Hitze automatisch zu mehr Buben-Geburten führt, die Studie zeigt nur einen statistischen Zusammenhang.

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