„Bitte heute zahlen“

Betrüger geben sich als Ex-Minister Darabos aus

Burgenland
26.02.2026 05:04

Ins Fadenkreuz hinterhältiger Cyber-Krimineller ist der einstige Ressortchef der Landesverteidigung und Fußballvereinspräsident Norbert Darabos geraten. Jetzt warnt er vor den Tricks der Täter.

Aufstockung des Milliardenbudgets für das Bundesheer? Verlängerung der Wehrpflicht, ja oder nein? Statt an der politischen Front hat jetzt der ehemalige Verteidigungsminister gegen einen unsichtbaren Feind zu kämpfen. Raffinierte Cyber-Kriminelle nehmen Norbert Darabos unverschämt ins Visier. Unter seinem Namen werden viele E-Mails mit dringenden Zahlungsaufforderungen verschickt. Der frühere Bundespolitiker taucht in den gefälschten Nachrichten vor allem in der Rolle als Obmann des SC Kroatisch Minihof auf.

Schreiben an Funktionäre und Sportpartner
Die Schreiben gehen u.a. an Vereinsmitglieder, Funktionäre und Sportpartner. „Hallo, wir haben im Namen des Vereins Trainingsgeräte und Zubehör bestellt. Die Lieferung erfolgt innerhalb einer Woche. Damit sich der Liefertermin nicht ändert, ist es wichtig, dass wir heute bezahlen“, bekam der Kassier des SC Kroatisch Minihof zu lesen. Unterzeichnet mit freundlichen Grüßen von Norbert Darabos – zumindest sollte der Empfänger annehmen, dass der Präsident auf eine rasche Erledigung des Auftrages drängt.

Täter wollen pro E-Mail bis zu 9000 Euro kassieren
Im Fall des Vereinskassiers sollte der angegebene Betrag von 4864,17 Euro an einen Unternehmer mit dem Namenskürzel „Henry A.“ überwiesen werden (siehe Faksimile unten). Tatsächlich handelte es sich um ein eigens für kriminelle Geldtransaktionen eingerichtetes Bankkonto in Großbritannien. „Auf den ersten Blick hat die Nachricht täuschend echt gewirkt, unserem Kassier kam aber sofort der Verdacht, dass eine betrügerische Absicht unbekannter Täter dahinterstecken könnte“, erklärt Darabos.

Cyber-Kriminelle missbrauchen die Mailadresse von Ex-Minister Norbert Darabos, um Aufträge für ...
Cyber-Kriminelle missbrauchen die Mailadresse von Ex-Minister Norbert Darabos, um Aufträge für Überweisungen zu erteilen, um „Bestellungen pünktlich liefern zu können“. (Bild: Krone KREATIV/APA/dpa/Nicolas Armer)
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Bitte kein Geld überweisen, hinter dem Schreiben stecken Betrüger!

Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos

Kriminelle als „Zustellfirma“
In einem anderen E-Mail, das wenige Tage später versendet wurde, gaben sich die Cyber-Kriminellen als Zustellfirma aus und forderten noch mehr Geld ein, und zwar von Darabos selbst. „Die Lieferung der bestellten Sportpflegeprodukte und Sportausrüstung erfolgt innerhalb einer Woche. Zu zahlen sind 8985,16 Euro“, hieß es im E-Mail an den Vereinsobmann. Darabos hat das Fußballfieber gepackt, aber im negativen Sinn.

Eine der angeblichen Nachrichten von Darabos
Eine der angeblichen Nachrichten von Darabos(Bild: screenshot, Krone KREATIV)

Kein Geld geflossen
Erbeten war die Zahlung an eine Deutsche Bank. „Wir haben wirklich auf eine Lieferung gewartet, doch das Schreiben war auch auf Niederländisch verfasst. Das hat mich misstrauisch gemacht“, verrät Darabos. Beruhigend: Geld sei in keinem Fall geflossen.

Die betrügerischen Zuschriften im Namen des Vereinsobmannes sind von den Tätern offenbar massenhaft versendet worden. „Ich habe viele Anfragen erhalten, ob das E-Mail von mir stammt“, sagt Darabos. Er mahnt zur Vorsicht: „Bitte keine voreiligen Zahlungen, am besten nachfragen!“ Die Polizei ist alarmiert.

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