15.300 Euro Schaden

Standmiete kassiert, und schnell weg mit der Marie

Burgenland
27.02.2026 17:28

Ein Magistratsbediensteter hob auf Jahrmärkten im Burgenland Gebühren ein und will das Geld in 22 nicht beschrifteten Kuverts im Rathaus deponiert haben – gefunden hat es keiner. „Auch wenn ich mich nicht bereichert habe, werde ich jeden Cent zurückzahlen“, sagt der Mann beim Prozess in Eisenstadt.

Über drei Jahre hinweg musste der Vertragsbedienstete für das Magistrat auf Jahrmärkten die Standgebühren von den Fieranten einkassieren. So ganz seine Sache dürft’s nicht gewesen sein: „Wenn ich Verantwortung für etwas habe, fängt alles zu wuseln an in mir. Vor Geld hatte ich immer Panik.“

Eingezahlt“, wenn keiner da war
Weil er keine Einschulung bekommen habe, klügelte der 52-Jährige ein merk-, frag- und denkwürdiges Einzahlungsystem für die ihm anvertrauten Beträge aus. Er steckte, so sagt er zumindest am Landesgericht Eisenstadt, die Scheine und Belege in nicht adressierte Kuverts, verschaffte sich, wenn keiner dort war („Es herrscht ein vergiftetes Betriebsklima“), mittels Chipkarte Zutritt zur Poststelle im Rathaus und deponierte das Geld in der Eingangslade der Finanzabteilung.

Dieser Vorgang soll sich 22-mal wiederholt haben. Niemand hat je ein solches Kuvert zu Gesicht bekommen. Der hochgerechnete Schaden beläuft sich auf 15.300 Euro.

„Ich weiß, dass alles blöd ausschaut für mich“
„Auch wenn ich mich nicht bereichert habe, sehe ich die Verantwortung bei mir“, sagt der Angeklagte. „Ich bin ein Mensch, dem Geld nicht sehr viel bedeutet. Ich will die Sache aus der Welt schaffen und die gesamte Summe bis auf den letzten Cent zurückzahlen.“ Freilich sei auch der Nachsatz erwähnt: „Ich weiß, dass alles blöd ausschaut für mich.“ Wegen seines Gesundheitszustands („Es ist mir grundsätzlich mein ganzes Leben lang nicht gut gegangen“) ist der Mann seit Publikwerden der Vorwürfe im Krankenstand. „Ich gehe davon aus, dass danach das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird. Feststeht, dass durch diese Schlampereien und Unaufmerksamkeiten mein Leben zerstört ist.“

Die Richterin wirft die Frage auf, was seiner Meinung nach mit dem Geld passiert sei. „Wenn das stimmt, was Sie hier angeben, muss es eine andere Person genommen haben!“ Frau Rat vertagt, sie will weitere Zeugen hören. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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