10.000 Haushalte waren ohne Strom. Einsatzkräfte am Ende ihrer Kräfte. In Neuhaus am Klausenbach stellt man sich derweilen die Frage, warum ein vom Land zugesagtes Notstromaggregat noch nicht ausgeliefert wurde.
Nach den massiven Schneefällen, die zu Spitzenzeiten 10.000 Haushalte vom Stromnetz trennten, kehrt im Landessüden Schritt für Schritt der Alltag wieder ein. Handy und Internet fielen aus, die Heizung blieb kalt. Für zahlreiche Familien wurde das Blackout im eigenen Zuhause plötzlich Realität.
Burgenland Energie: Nacharbeiten dauern noch Wochen
Die Stromversorgung ist inzwischen wiederhergestellt, doch das Netz läuft vielerorts noch im Provisorium. „Die Schäden an den Leitungen sind massiv. Die Nacharbeiten werden noch Wochen dauern“, heißt es von der Burgenland Energie.
Auch für die Feuerwehren war es ein Wochenende im Ausnahmezustand. Der Landesfeuerwehrverband verzeichnete von Freitag bis Sonntag rund 1160 Einsätze. Parallel dazu arbeiteten 300 Mitarbeiter von Bau und Betrieb Burgenland im Schichtbetrieb, weitere 100 Personen unterstützten sie bei der Beseitigung umgestürzter Bäume.
Ich bin froh und dankbar, dass niemand verletzt wurde.
Monika Pock, Bürgermeisterin in Neuhaus am Klausenbach
Straßensperren bis Donnerstag
Nach wie vor sind die L 262 von der B 50 bis Markt Allhau sowie die L 360 zwischen Buchschachen und Riedlingsdorf gesperrt. Besonders angespannt war die Lage in Neuhaus am Klausenbach, wo sogar Zivilschutzalarm ausgelöst wurde. Die Gemeinde war stundenlang von der Außenwelt abgeschnitten, am Stadlberg gab es drei Tage kein Wasser. Bürgermeisterin Monika Pock zeigt sich im Rückblick erleichtert: „Ich bin froh und dankbar, dass niemand verletzt wurde.“ Feuerwehrleute und Einsatzkräfte hätten unter erheblicher Gefahr gearbeitet, um Straßen freizumachen und die Versorgung aufrechtzuerhalten.
Im Schneegestöber wurde jedoch auch sichtbar, wie knapp die Notstromkapazitäten verteilt sind. Das im Bezirk Jennersdorf stationierte Notstromaggregat wurde in den Bezirk Güssing verlegt, um ein Altenheim zu versorgen. Für Neuhaus musste schließlich spät in der Nacht ein Gerät aus Großpetersdorf organisiert werden.
Land weist Kritik von Ortschefin zurück
Genau hier setzt Pock mit ihrer Kritik an. Bereits 2023 kündigte das Land an, 45 Feuerwehrabschnitte mit zusätzlichen Notstromaggregaten auszustatten. Derzeit fehlen noch 35 Geräte. Auch ihrer Gemeinde sei eines zugesichert worden, geliefert wurde bislang keines, so Pock. Kritik, von der man im Büro von Landesrat Heinrich Dorner nichts hören will. Dort verweist man auf Rekordinvestitionen in der Höhe von 20 Millionen Euro in Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz bis 2027. Die Bestellung und Auslieferung des Notstromaggregates sei in den kommenden Monaten vorgesehen. Zudem verweist man auf die finanzielle Unterstützung beim Bau des neuen Feuerwehrhauses.
Nach den heftigen Schneefällen und Verwehungen am vergangenen Wochenende hat sich die Lage weitgehend beruhigt, die Aufräumarbeiten sind jedoch weiterhin im Gang. Vor allem in Regionen im Südburgenland gibt es für die unermüdlichen Helfer noch lange alle Hände voll zu tun. „Schwerer Neuschnee richtete große Schäden an, innerhalb von 24 Stunden hatten sich 42 Zentimeter angehäuft. Dieser enormen Last hielten viele Bäume nicht stand, etliche Wipfel krachten auf Hausdächer“, berichten freiwillige Teams. Sonntag waren teils ganze Familien von früh bis spät am Abend in Hilfsmission unterwegs.
In entlegenen Gebieten ist die Gefahr längst nicht gebannt, die Wiedererrichtungs- und Ausbesserungsarbeiten laufen auf Hochtouren. „Bei uns wird’s mindestens noch zwei Wochen dauern, bis das Chaos völlig beseitigt ist“, teilen Einsatzkräfte aus dem Naturwinkel Saufuß im Bezirk Jennersdorf mit. Mit Spezialgerät ist die Feuerwehr aus Minihof-Liebau angerückt, um umgestürzte Bäume von Gebäuden zu heben. „Solange nicht sämtliche Schäden repariert sind, bleibt der Naturwinkel gesperrt, um kein Risiko einzugehen. Wir hoffen jedenfalls das Beste“, so die fleißigen Helfer.
Großes Lob gab es für alle Bauhofmitarbeiter, Feuerwehrtrupps und Rettungsdienste: „Ihr steht auf, wenn andere noch schlafen, und packt unter schwierigsten Bedingungen dort an, wo Hilfe dringend gefragt ist! Euer Einsatz wird hochgeschätzt!“
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