Donnerstagabend sorgte Österreichs Lieblingsdeutscher, Herbert Grönemeyer, in der Wiener Stadthalle für eine wunderbar leichte Heiterkeit, wie sie nur jemand zu verströmen vermag, der so schön über sich selbst lachen kann. Nur einmal wurde er ernst. „Ich werde bald 70 und hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Leben noch einmal für die Demokratie eintreten muss.“ Und das tat er dann auch – entschlossen gegen rechte Populisten „mit ihrer Hetze, ihrem brutalen, unmenschlichen Gerede von Remigration und Homogenisierung der Gesellschaft.“
Mit ebendiesem „brutalen, unmenschlichen Gerede“ wollte der andere Herbert nur einen Tag zuvor, am Aschermittwoch, seine Version der Heiterkeit verströmen. Wie ein Mini-Trump bediente sich Kickl bei dessen Rhetorik. Er sprach von „Hirntoten“ in der Regierung, degradierte Beate Meinl-Reisinger frauenverachtend zur „Sachspende“ für die Ukraine und hetzte gegen all jene, die keine so wackeren „Vollzeitpatrioten“ sind wie er. Vorneweg natürlich gegen Migranten, die er mit der „Airbert One“ aus dem Land schmeißen will. Haha, das findet wohl nur einer lustig, dem das Lachen über sich selbst im beleidigten Hals stecken bleibt.
Auch Grönemeyer sprach in seiner Brandrede nicht gerade mit sanfter Silberzunge. Doch der eine Herbert tat es, um einzustehen für die Demokratie, an deren Säulen machthungrige Populisten bereits vielerorts sägen. Der andere, um auf Angst, Hass und Verachtung genau diese Macht aufzubauen. Und das ist nun wirklich nicht zum Lachen . . .
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