AT-Alert noch aufrecht

Lawinengefahr! Weiterhin Alarmstufe Rot in Tirol

Tirol
23.02.2026 08:43

Fünf Lawinentote, ein im Tiefschnee verunglückter Skifahrer, zahlreiche Verletzte, fast 100 Einsätze: Die Lawinenbilanz von Freitag bis Sonntag auf Tirols Bergen ist schrecklich – und die Lage bleibt weiterhin dramatisch. Auch zu Beginn der neuen Woche herrscht im Westen Österreichs – allen voran in Tirol – verbreitet Gefahrenstufe 4 von 5.

In St. Anton am Arlberg konnten am Freitagnachmittag zwei Wintersportler – ein US-Amerikaner und ein Pole – nur noch tot aus einer Lawine geborgen werden. Ein junger Einheimischer (21) wurde an der Unglücksstelle reanimiert und in die Innsbrucker Klinik geflogen, wo er kurze Zeit später verstarb. In Nauders kam selben für einen Deutschen (42) jede Hilfe zu spät.

In Serfaus starb ein 41-jähriger Einheimischer.
In Serfaus starb ein 41-jähriger Einheimischer.(Bild: Alpinpolizei)

Todesdramen auch am Samstag
Die Serie an tödlichen Lawinenabgängen setzte sich in Tirol am Samstag fort. In Serfaus (Bezirk Landeck) ist ein 41-jähriger Einheimischer von einem Schneebrett erfasst und verschüttet worden. Er verstarb letztlich in der Klinik. Im Zillertal wurde einem Niederländer (52) eine Fahrt ins freie Gelände zum tödlichen Verhängnis. Der Familienvater kam beim Skifahren zu Sturz und blieb kopfüber im Tiefschnee stecken. Erst eine halbe Stunde später wurde der Urlauber entdeckt. Er wurde reanimiert – verstarb aber auch in der Klinik.

AT-Alert in Tirol und Vorarlberg
Darüber hinaus gab es von Freitag bis Sonntag zahlreiche Verletzte und unzählige Einsätze nach Lawinenabgängen. Das Bundesheer stand seit Samstagfrüh mit dem Mehrzweckhubschrauber AW169 im Assistenzeinsatz. In Tirol und Vorarlberg wurde aufgrund der prekären Situation am Wochenende AT-Alert ausgelöst – in Tirol sogar zweimal landesweit.

Der AT-Alert sei jeweils für 24 Stunden aktiv. „Das heißt, dass die Warnnachricht nicht nur zum Zeitpunkt der Aktivierung an alle in den Funkzellen eingeloggten Geräte ergeht: Auch bis zu 24 Stunden danach erhalten neu eingeloggte Mobiltelefone im Warnbereich diese Meldung auf ihr Mobiltelefon – beispielsweise neu in Tirol ankommende Gäste“, informierte das Land Tirol am Sonntag in einer Aussendung.

Auch zum Wochenstart dramatische Lawinengefahr
Die neue Woche beginnt leider so, wie die alte aufgehört hat: mit großer Lawinengefahr in Westösterreich! In Tirol herrscht nach wie vor verbreitet Gefahrenstufe 4 von 5. „Der Neuschnee und die mit dem starken bis stürmischen Westwind entstandenen Triebschneeansammlungen bleiben an allen Expositionen störanfällig. Wintersportler können leicht Lawinen auslösen“, betont der Lawinenwarndienst des Landes.

In den roten Bereichen herrscht Lawinenwarnstufe 4, in den orangen Stufe 3 (Warnstufen siehe ...
In den roten Bereichen herrscht Lawinenwarnstufe 4, in den orangen Stufe 3 (Warnstufen siehe Grafik unten).(Bild: Lawinenwarndienst Tirol)
Die Infografik zeigt die fünf Warnstufen der Lawinengefahr mit Beschreibung der Schneedecke und der Wahrscheinlichkeit einer Lawinenauslösung. Stufe 1 steht für geringe Gefahr mit stabiler Schneedecke, Stufe 5 für sehr große Gefahr mit instabiler Schneedecke und zahlreichen spontanen Lawinen. Quelle: lawinen.at.

Abseits der Pisten lauert weiter der „Weiße Tod“
Lawinen können teilweise in tiefe Schichten durchreißen und groß werden. „Fernauslösungen sind möglich. Die Gefahrenstellen sind zahlreich, besonders im Bereich der Waldgrenze sowie oberhalb der Waldgrenze“, so die Experten weiter. Zudem seien viele kleine und vereinzelt mittlere Nass- und Gleitschneelawinen möglich. Dies besonders an Böschungen und Grashängen unterhalb von rund 1800 Metern.

„Die Verhältnisse für Wintersport abseits gesicherter Pisten bleiben allgemein sehr gefährlich“, betonen die Experten.

„Negativlawinen unbedingt melden“
Um unnötige Sucheinsätze zu vermeiden, sei es wichtig, auch Negativlawinen zu melden, appellierte indes das Land Tirol. „Wer Negativlawinen – also einen Lawinenabgang bei dem niemand zu Schaden kommt – beobachtet, sollte diese unbedingt unverzüglich der Leitstelle Tirol melden.“ Die Meldung von Negativlawinen sei telefonisch über den Notruf 144, den Alpinnotruf 140 oder über die SOS-EU-Alp-App möglich.

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