Bull Salzburg hat in der 20. Runde der Fußball-Bundesliga ein klares Statement gesetzt. Der LASK hingegen muss eine schallende 1:5-Watschn hinnehmen. Doch war das eigentlich ein nötiger Weckruf?
Der Auftritt beim 5:1 im Schlager beim LASK erinnerte an beste Zeiten. Die Gratulationen dafür durfte Neo-Trainer Daniel Beichler entgegennehmen, seine Premiere als Nachfolger von Thomas Letsch hätte nicht besser verlaufen können. „Es geht darum, nicht zu träumen, sondern die Qualität auch sichtbar zu machen. Das haben sie heute gut auf den Rasen gebracht“, sagte der 37-Jährige.
Erst am Mittwoch war er von seinem Amt als Liefering-Coach „befördert“ worden. In kurzer Zeit dürfte er die richtigen Hebel in Bewegung gesetzt haben, wenn man den Auftritt etwa mit jenem beim 1:1 beim Vorletzten GAK zuvor vergleicht. „Die Jungs haben seit Mittwoch richtig gut gearbeitet und wir haben ihnen mitgegeben, was die klaren Erwartungshaltungen auf und außerhalb des Platzes sind“, erläuterte Beichler. Gegen die Linzer überzeugten sie mit Aggressivität, Zweikampfstärke und vor allem auch großer Spielfreude.
„War coole Energie zu spüren“
„Es geht weniger um die Tabellenführung, weit mehr um den Auftritt. Es tut uns gut, ein sehr ordentliches Spiel bei einem sehr starken Gegner gezeigt zu haben. Das Team kommt als erstes, dann können die Jungs auch glänzen. Es war eine coole Energie zu spüren“, resümierte der Steirer. Karim Konate schnürte einen Doppelpack (10., 64.), zudem trafen der wie so oft herausragende Kerim Alajbegovic (6.), Sota Kitano (37.) und Damir Redzic (94.). Das Standing als Ligateam mit den meisten Toren (42) wurde untermauert.
Durchatmen konnte auch Marcus Mann, war die Trainerbestellung doch nicht von allen Seiten mit positiven Reaktionen verbunden gewesen. „Auf die Schulter muss mir aber keiner klopfen“, betonte der Sport-Geschäftsführer. Beichler habe auf ihn einen „sehr aufgeräumten“ Eindruck gemacht. „Mit einem klaren Plan. Er weiß, was er spielen will. Und wo er hinmöchte. Das hat mir einfach ein gutes Gefühl gegeben“, gab Mann Einblick.
„Neuer Trainer, neuer Schwung“
Im Einsatz war aufgrund einer kurzfristigen Verletzung von Jannik Schuster die gleiche Startelf wie gegen den GAK. „Neuer Trainer, neuer Schwung, das ist im Fußball so“, meinte Außenverteidiger Frans Krätzig. Laut Tormann Alexander Schlager hätte sich, wie vom Sportchef gefordert, vor der Partie jeder Akteur „in den Spiegel geschaut“. Eine wichtige Rolle spielte auch Kapitän Mads Bidstrup, der den Fußball als „wirklich crazy“ bezeichnete. „In einer Woche ist alles schlecht, jetzt ist wieder alles so gut.“ Nun gelte es, Konstanz reinzubringen. Am Sonntag kommt der Fünfte Hartberg nach Salzburg.
Beichler wird dabei wieder einen Glücksbringer seines Sohnes dabei haben, der erst ausgetauscht wird, wenn es das nächste Mal keinen Sieg gibt. „In der Liga wird dir nichts geschenkt, das wird gegen Hartberg auch so sein“, betonte Salzburgs Coach. Goalie Schlager forderte daher trotz eines „wunderschönen Sieges, der uns in der momentanen Situation richtig gut tut“, ruhig zu bleiben. „Trotzdem gibt es nur drei Punkte für uns. Es ist wichtig, dass jetzt der Weg, den wir in den letzten Tagen eingeschlagen haben, konsequent weitergegangen wird.“
LASK „stellt nicht alles in Frage“
Beim LASK zeigt die Kurve hingegen leicht nach unten. Schon beim 1:1 in Ried hätte es beinahe eine Niederlage gesetzt, die erste nach einer Serie von zwölf ungeschlagenen Pflichtspielen war nun eine Woche später von der herberen Sorte. „Es tut jedem weh, morgen wird Klartext gesprochen, wir stellen aber jetzt nicht alles in Frage“, sagte Dietmar Kühbauer nach seiner ersten Niederlage in seiner zweiten Amtszeit als LASK-Trainer. Zwölf Mal habe man zuletzt eine „schöne Sache“ gehabt. „Heute nicht, das ist Part of the Game.“
Der Gegner sei in „allen Belangen“ besser gewesen. „Salzburg war diese Mannschaft, die man von früher kennt, sie haben uns kaum Zeit gelassen“, sagte der Burgenländer. Sein Team sei durch den frühen Rückstand nicht so im Spiel gewesen. „Wir waren nicht so nah am Mann, wie man muss und nicht scharf genug“, monierte Kühbauer. Hinzu kam mangelnde Effizienz. Der xG-Wert (expected goals) des LASK war mit 2,28 klar höher als jener von Salzburg (1,49). „Das ist für die Fisch, ehrlich“, sagte Kühbauer.
Austria als nächste LASK-Hürde
Ehrentorschütze Sasa Kalajdzic gab zu Protokoll, dass man „kälter vor dem Tor“ sein müsse. „Wenn wir so spielen wie heute, wird es nichts mit einem Titel. Hoffentlich war es eine Watschn zur richtigen Zeit“, meinte der Leihstürmer von Wolverhampton. Kapitän Sascha Horvath schlug in die gleiche Kerbe. „Vielleicht ist es ganz gut, von einem Höhenflug auf den Boden zu kommen. Jetzt wird nicht mehr geschrieben, dass wir im Meisterrennen dabei sind. Wir werden in Ruhe weiterarbeiten.“ Am Sonntag wartet auswärts der nur einen Punkt dahinter liegende Vierte Austria Wien.
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