
Beim SK Rapid Wien brennt wieder einmal der Hut. Und das nicht nur sportlich. Nach den erneuten Fanausschreitungen im Derby letzten Sonntag riss selbst ÖFB-Präsident Josef Pröll der Geduldsfaden. In der Loge wäre er Rapid-Präsident Alexander Wrabetz beinahe an den Kragen gegangen: „Was du aufführst mit deinen Fans“ ... Eine Szene, die mehr über die aktuelle Verfassung des Klubs verrät als jede Stellungnahme.
Doch die ewige Randale-Schleife überdeckt das eigentliche Problem: ein massives Führungsdefizit. Im Sommer 2025 tätigte Rapid so viele Transfers wie noch nie. Obwohl man unter Peter Stöger Tabellenführer war, wurde weiter eingekauft. Mit Gulliksen kam noch der Rekordkauf um 4,5 Millionen dazu – insgesamt flossen über elf Millionen Euro an Ablösen. Ein Sportdirektor im Kaufrausch, der zusätzlich noch enorme Beraterhonorare verschlang.
Heute steht der Klub sportlich im Eck: negative Rekordserie, Trainerwechsel-Rekord, Rekordausgaben, keine erkennbare Linie. Auf dem Platz wirkt vieles wie Stückwerk: Selbst die Kommunikation hapert, weil einige Spieler kein Deutsch und kein Englisch sprechen. Abstimmung? Fehlanzeige.
De facto präsentiert sich Rapid nicht wie ein Klub mit klarer Strategie, sondern im Dauer-Umbruch. Es fehlt ein Plan, es fehlt Führung, es fehlt Richtung. Und genau das ist das eigentlich Beunruhigende: Man muss sich ernsthaft Sorgen um die sportliche und finanzielle Zukunft des Rekordmeisters machen, der eine Million Fans zählt.
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